Bayerns Boey entschuldigt sich nach rüdem Foul an Augsburgs Fellhauer
Nach dem hart umkämpften 3:2-Auswärtssieg des FC Bayern München beim FC Augsburg am Sonntagabend sorgt eine Szene abseits der sportlichen Highlights für Diskussionen: Sacha Boey, Rechtsverteidiger der Münchner, geriet mit einem überharten Einsteigen gegen Robin Fellhauer in den Fokus. Der Neuzugang aus Galatasaray sah zwar keine Rote Karte, doch die Aktion blieb nicht folgenlos – auch medial.
In der 72. Minute, bei einem Spielstand von 2:2, verlor Boey den Ball im Mittelfeld und versuchte, seinen Fehler durch ein aggressives Tackling zu korrigieren. Mit offener Sohle und hoher Geschwindigkeit rutschte er in Fellhauer hinein, der gerade zum Pass ansetzte. Der Augsburger blieb schmerzverzerrt liegen, das Spiel musste für mehrere Minuten unterbrochen werden. Schiedsrichter Tobias Stieler zückte „nur“ Gelb – eine Entscheidung, die im Nachgang von Experten und Kommentatoren kontrovers diskutiert wurde.
Boey zeigt Reue
Wenige Stunden nach Spielende meldete sich Boey über seine sozialen Netzwerke zu Wort. In einem ausführlichen Beitrag auf Instagram schrieb der 24-Jährige:
“Ich möchte mich aufrichtig bei Robin Fellhauer für mein hartes Einsteigen entschuldigen. Es war keine Absicht, ihn zu verletzen, und ich hoffe, dass es ihm gut geht. Ich habe aus der Aktion gelernt und werde künftig besser auf mein Timing achten.”
Die Entschuldigung wurde sowohl vom FC Bayern als auch vom FC Augsburg begrüßt. Fellhauer, der laut ersten Untersuchungen nur eine schmerzhafte Prellung am Knöchel erlitten hat, äußerte sich ebenfalls versöhnlich: „Das war ein hartes Foul, keine Frage, aber ich glaube nicht, dass es absichtlich war. Sacha hat sich bei mir gemeldet, das rechne ich ihm hoch an.“
Kritik und Diskussionen
Trotz der schnellen Reaktion beider Spieler lässt der Vorfall die Diskussion über den Einsatz von VAR und die Bewertung harter Fouls erneut aufflammen. TV-Experte Lothar Matthäus sagte im „Doppelpass“: „So ein Einsteigen ist brandgefährlich. Da hätte man sich den VAR noch einmal anschauen müssen. In England ist das Rot.“
Auch Trainer Vincent Kompany stellte sich nach dem Spiel schützend vor seinen Spieler: „Sacha ist ein intensiver Spieler, der mit Leidenschaft spielt. Aber natürlich war das Foul übermotiviert. Gut, dass er sofort Verantwortung übernommen hat.“
Für Boey war es der zweite Bundesligaeinsatz seit seinem Wechsel im Januar. Der Rechtsverteidiger war mit großen Vorschusslorbeeren gekommen, fiel jedoch zunächst mehrere Wochen verletzt aus. Sein Spiel in Augsburg war über weite Strecken ordentlich – doch die Szene mit Fellhauer überschattete die Leistung.
Der Vorfall wird sportlich wohl keine weiteren Konsequenzen haben, doch für Boey bleibt es eine Mahnung. Sein Foul mag keine bleibenden Schäden hinterlassen haben, aber es zeigt, wie schmal der Grat im modernen Hochgeschwindigkeitsfußball ist – zwischen Einsatz und Gefährdung.