Basler zweifelt an Union Berlin: „Ein Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag“
Mario Basler, der frühere Bundesliga-Star, bekannt für seine klare Meinung und unverblümte Wortwahl, hat in einem Interview deutliche Zweifel an der sportlichen Zukunft des 1. FC Union Berlin geäußert. Für den Verein aus der Hauptstadt, der in den letzten Jahren durch beeindruckende Leistungen, Europapokalteilnahmen und eine starke Fanbasis für Aufsehen sorgte, sieht Basler in der kommenden Saison ein dunkles Szenario: „Union wird bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen – und das wird kein Spaziergang“, so der ehemalige Nationalspieler.
Basler, der selbst Stationen bei Traditionsvereinen wie Hertha BSC, Werder Bremen, dem FC Bayern München und dem 1. FC Kaiserslautern hinter sich hat, spricht nicht aus reiner Polemik. Vielmehr verweist er auf die massive Veränderung im Kader der Köpenicker, die Abgänge wichtiger Leistungsträger sowie die Unsicherheit auf der Trainerposition. „Wenn du jedes Jahr dein halbes Team austauschst, verlierst du irgendwann deine Identität – und Union lebt eigentlich genau davon“, meint Basler. „Dazu kommt, dass das Überraschungsmoment weg ist. Jeder Gegner weiß inzwischen, was ihn erwartet.“
In der vergangenen Saison konnte sich Union Berlin trotz schwacher Rückrunde knapp über dem Strich halten. Der Traum vom internationalen Geschäft wich schnell dem nüchternen Alltag im Tabellenkeller. Für viele war das nur ein Ausrutscher, doch Basler sieht darin den Anfang eines tiefergehenden Problems: „Das war kein Betriebsunfall – das war ein Warnschuss. Und wenn man nicht aufpasst, wird daraus ein Absturz.“
Besonders kritisch sieht Basler den Konkurrenzkampf in der Liga. „Du hast Mannschaften wie Heidenheim, Bochum oder Augsburg, die zwar nominell schwächer besetzt sind, aber extrem stabil spielen. Wenn Union da nicht schnell in die Spur findet, geraten sie ins Hintertreffen. Und dann beginnt das große Zittern.“ Laut ihm sei die Bundesliga in dieser Saison besonders ausgeglichen, und „wer da zweimal in Folge verliert, kann ganz schnell unten reinrutschen.“
Trotz der düsteren Prognose schließt Basler ein Happy End nicht komplett aus – aber nur unter einer Bedingung: „Union muss zurück zu seinen Wurzeln. Kämpfen, beißen, laufen – und nicht glauben, dass man automatisch wieder international spielt, nur weil man es einmal geschafft hat. Sonst kann es ganz schnell vorbei sein mit der Bundesliga.“
Die Fans im Stadion An der Alten Försterei sind bekannt für ihre Treue und bedingungslose Unterstützung. Ob diese Leidenschaft jedoch ausreicht, um die drohende sportliche Krise abzuwenden, bleibt offen. Eins steht für Basler fest: „Es wird ein heißer Herbst in Köpenick – und ein verdammt kalter Frühling, wenn sie nicht
aufpassen.“