Chaos an der Säbener Straße: Droht Max Eberl der Rücktritt?
München – Nach einem turbulenten Transfersommer brodelt es gewaltig hinter den Kulissen des FC Bayern München. Während Fans und Medien noch über verpasste Deals und interne Machtkämpfe spekulieren, wird hinter vorgehaltener Hand bereits über den möglichen Rücktritt von Max Eberl, dem Vorstand für Sport, gesprochen. Ist der Druck zu groß geworden?
Der 2024 verpflichtete Eberl galt als Hoffnungsträger. Mit seiner Erfahrung aus Leipzig und Mönchengladbach sollte er frischen Wind in die sportliche Führung bringen und die Kaderplanung strategischer gestalten. Doch statt Stabilität und Struktur erlebte der deutsche Rekordmeister in diesem Sommer ein Wechselchaos sondergleichen.
Verpasste Transfers und Kommunikationspannen
Besonders das öffentliche Werben um Top-Stürmer João Palhinha von Fulham entwickelte sich zum Sinnbild der misslungenen Transferperiode. Nachdem der Deal im letzten Moment scheiterte – Palhinha war bereits in München, absolvierte den Medizincheck, doch Fulham verweigerte die Freigabe – geriet Eberl unter massiven Druck. Viele fragen sich: Warum wurde keine Absicherung geplant? Warum gab es keine Alternativen?
Hinzu kamen die gescheiterten Versuche, einen Ersatz für den verletzungsanfälligen Matthijs de Ligt zu finden sowie das peinliche Hin und Her um die Zukunft von Alphonso Davies. Auch die Last-Minute-Abgänge von Serge Gnabry und Ryan Gravenberch sorgten für Stirnrunzeln, während Trainer Vincent Kompany öffentlich mehr Unterstützung bei der Kaderplanung forderte.
Risse im Vorstand?
Internen Quellen zufolge soll es bereits während des Transferfensters mehrfach zu hitzigen Diskussionen zwischen Eberl und CEO Jan-Christian Dreesen gekommen sein. Eberl, bekannt für seine direkte Art, sei frustriert über fehlende Entscheidungsfreiheit und mangelnde Rückendeckung durch den Aufsichtsrat.
„Er fühlt sich ausgebremst“, berichtet ein Insider aus dem Vereinsumfeld. „Viele Entscheidungen, die er angestoßen hat, wurden am Ende über seinen Kopf hinweg getroffen oder blockiert.“
Die Folge: Eberl soll ernsthaft über einen Rücktritt nachdenken. Ein Schritt, der beim FC Bayern kein Novum wäre – bereits Hasan Salihamidžić musste nach der Saison 2022/23 seinen Posten räumen, weil interne Querelen und sportliche Misserfolge überhandnahmen.
Was bedeutet das für den Klub?
Ein Rückzug Eberls würde den ohnehin angeschlagenen FC Bayern in eine noch tiefere Führungskrise stürzen. Die Mannschaft wirkt verunsichert, das Umfeld ist unruhig, und die sportlichen Ambitionen drohen erneut im Chaos zu versinken. Besonders brisant: Im nächsten Sommer steht mit der Heim-EM 2026 ein Prestigeprojekt für den deutschen Fußball an – und der FC Bayern spielt dabei eine Schlüsselrolle.
Ob Eberl bleibt, hängt nun wohl weniger von sportlichen Erfolgen als vielmehr von interner Einigkeit und klaren Machtverhältnissen ab. Doch genau daran scheint es in München aktuell zu fehlen.