Hjulmands geheime Absage: Warum Leverkusens neuer Coach im Frühjahr noch Nein sagte
Bayer Leverkusen hat einen neuen Mann an der Seitenlinie: Kasper Hjulmand, der dänische Nationaltrainer, übernimmt die Nachfolge von Xabi Alonso, der nach seinem historischen Meistertitel den Klub Richtung Liverpool verlassen hat. Doch wie nun aus einem Bericht der Bild hervorgeht, hätte Hjulmand schon früher Bayer-Coach werden können – lehnte das Angebot jedoch im Frühjahr 2025 überraschend ab. Was steckt hinter dieser Entscheidung? Und warum kam es jetzt doch zum Deal?
Laut Informationen der Bild wurde Hjulmand bereits im März kontaktiert, als sich abzeichnete, dass Xabi Alonso trotz intensiver Bemühungen der Vereinsführung nicht langfristig in Leverkusen bleiben würde. Leverkusen, das unter Alonso nicht nur zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte Deutscher Meister wurde, sondern auch im DFB-Pokal und der Europa League brillierte, wollte frühzeitig Planungssicherheit. Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes setzte auf Diskretion – und sprach mit Hjulmand in Kopenhagen.
Doch der Däne, der seit 2020 die Nationalmannschaft seines Landes trainierte und sie 2021 bis ins EM-Halbfinale führte, lehnte ab. „Der Zeitpunkt war nicht richtig“, soll er laut einem Insider gesagt haben. Hjulmand stand zu diesem Zeitpunkt mitten in der Vorbereitung auf die EM 2024 in Deutschland. Sein Vertrag beim dänischen Verband lief bis Ende 2024, und er wollte sein Projekt mit der Nationalelf nicht vorzeitig abbrechen.
Ein anderer Grund für die damalige Absage war offenbar auch seine Loyalität gegenüber seinen Spielern. Hjulmand galt immer als ein Coach, der Mannschaftsgeist über persönliche Ambitionen stellte. „Er hatte das Gefühl, dass er seine Spieler verraten würde, wenn er kurz vor einem großen Turnier abspringt“, berichtet ein ehemaliger Kollege aus dem Trainerstab.
Die EM lief für Dänemark jedoch enttäuschend: Nach einem schwachen Gruppenaus und wachsender Kritik an Spielweise und Taktik reifte in Hjulmand offenbar der Wunsch nach einem Neuanfang. Als Bayer Leverkusen ihn nach dem offiziellen Abschied von Alonso erneut kontaktierte, war die Ausgangslage eine andere – für beide Seiten.
Diesmal sagte Hjulmand zu.
Er unterschrieb einen Vertrag bis 2027 mit Option auf Verlängerung. Seine ersten Worte als Bayer-Trainer waren vielsagend: „Jetzt ist der richtige Moment. Ich habe lange gewartet, aber Leverkusen ist ein Klub mit Vision, Substanz und Mut. Das will ich mitgestalten.“
Der Schritt könnte sich als goldrichtig erweisen – für beide Seiten. Leverkusen bekommt einen erfahrenen Taktiker, der sowohl auf internationalem Parkett als auch im Umgang mit jungen Talenten bewiesen hat, dass er langfristig denkt. Und Hjulmand bekommt die Bühne, die ihm bislang im Klubfußball gefehlt hat.
Ob er an den Erfolg von Xabi Alonso anknüpfen kann, wird sich zeigen. Doch dass er den Job zunächst ablehnte und dann doch annahm, zeigt: Große Entscheidungen brauchen manchmal Zeit – und das richtige Timing.