Niko Kovac kritisiert klare Dortmunder Schwäche: „Unprofessionell“ – Wildes 3:3 bei St. Pauli sorgt für Ernüchterung zum Bundesliga-Auftakt
Der Bundesliga-Auftakt 2025/26 hatte es in sich – vor allem das dramatische 3:3-Unentschieden zwischen Borussia Dortmund und dem FC St. Pauli am Millerntor war ein Spiel voller Emotionen, Wendungen und offener Fragen. Während die Kiezkicker den Punktgewinn wie einen Sieg feierten, herrschte bei Dortmund spürbare Ernüchterung – besonders bei TV-Experte Niko Kovac, der nach dem Spiel deutliche Worte fand.
„Das war in Teilen unprofessionell, was Dortmund da gezeigt hat“, sagte der frühere Bundesliga-Trainer (u.a. Wolfsburg, Bayern, Frankfurt) am Mikrofon von Sky Sport. „Wenn du mit 3:2 führst, selbst in Unterzahl, musst du das Spiel über die Linie bringen. Stattdessen lässt man sich hinten reindrücken, verteidigt passiv und bettelt regelrecht um den Ausgleich. Das darf auf diesem Niveau nicht passieren.“
Tatsächlich hatte Dortmund das Spiel trotz einer Gelb-Roten Karte gegen Emre Can (34. Minute) zwischenzeitlich wieder in den Griff bekommen. Nach Treffern von Adeyemi, Brandt und einem Elfmeter von Füllkrug führte der Vizemeister bis zur 88. Minute mit 3:2 – ehe Elias Saad mit einem wuchtigen Distanzschuss in den Winkel das Stadion zum Beben brachte und Dortmunds Defensive einmal mehr ins Rampenlicht stellte.
„Das ist nicht das erste Mal, dass der BVB in der Schlussphase entscheidende Punkte liegen lässt“, erinnerte Kovac. „Die Mannschaft hat Qualität, aber es fehlt an Reife, an Führung, an dem letzten Willen, ein Spiel auch mal dreckig nach Hause zu bringen.“
Die Statistik spricht für sich: Allein in der vergangenen Saison hatte Dortmund in sieben Bundesligaspielen Führungen in den letzten zehn Minuten verspielt – nun beginnt die neue Spielzeit mit einem ähnlichen Rückschlag.
Trainer Edin Terzić versuchte auf der Pressekonferenz zu beschwichtigen: „Natürlich ist das bitter. Aber wir haben trotz Unterzahl eine starke Mentalität gezeigt. Das Gegentor am Ende ist ärgerlich, aber es gibt viele positive Ansätze.“ Die Journalisten im Raum reagierten verhalten – zu frisch war der Eindruck einer Dortmunder Mannschaft, die sich im entscheidenden Moment wieder einmal zu leicht aus dem Konzept bringen ließ.
Auf der Gegenseite war der Jubel groß: St. Pauli-Coach Fabian Hürzeler lobte die „unerschütterliche Mentalität“ seiner Mannschaft und sprach von einem „emotionalen Start, der Mut macht“. Für die Hamburger war es nicht nur ein Punkt gegen ein Spitzenteam – es war ein Statement.
Für Dortmund hingegen bleibt nach dem ersten Spieltag vor allem Selbstkritik – und die klare Botschaft von Niko Kovac: „Wenn man Meister werden will, darf man solche Spiele einfach nicht herschenken.“ Die Saison ist noch jung, doch die alten Probleme sche
inen geblieben.