Titel: Schatten im Stadion – Mögliche Rattenplage im Robert-Schlienz-Stadion versetzt VfB Stuttgart in Alarmbereitschaft
Stuttgart – Was zunächst wie ein makabrer Scherz aus den sozialen Medien klang, entwickelte sich innerhalb weniger Tage zu einem ernsten Problem für den VfB Stuttgart. Im traditionsreichen Robert-Schlienz-Stadion, das hauptsächlich für Trainingseinheiten und Jugendspiele genutzt wird, wurden vermehrt Ratten gesichtet – nicht nur in den Außenbereichen, sondern auch in den Umkleiden und Technikräumen. Die Verantwortlichen des Vereins sind alarmiert.
„Es ist kein gewöhnlicher Schädlingsbefall“, sagt ein Insider aus dem Umfeld des Vereins. „Wir sprechen hier von einer potenziellen Plage.“ Erste Hinweise auf Nagetieraktivitäten gab es bereits Mitte August, als Jugendspieler über „seltsame Geräusche“ in den Lüftungsschächten berichteten. Zunächst vermutete man Vögel oder harmlose Marder. Doch schon bald fanden Platzwarte angenagte Kabel, zerfetzte Trikotsäcke – und schließlich Rattenkot in der Nähe der medizinischen Versorgungseinheit.
Ein anonymer Mitarbeiter beschreibt die Situation drastisch: „Eines Morgens kam ich früh zum Platz, und da saßen zwei dicke Ratten auf der Ersatzbank, als gehörte ihnen der Verein.“ Auch mehrere Videoaufnahmen von Überwachungskameras zeigen die Nager, wie sie nachts durch das Stadion huschen – teils in Gruppen von bis zu zehn Tieren.
Die Vereinsführung reagierte umgehend. In Zusammenarbeit mit einer spezialisierten Schädlingsbekämpfungsfirma wurde eine umfassende Untersuchung des gesamten Stadiongeländes eingeleitet. „Die Gesundheit und Sicherheit unserer Spieler, Mitarbeiter und Besucher hat oberste Priorität“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung des VfB.
Besonders heikel: Am kommenden Wochenende soll im Robert-Schlienz-Stadion das Topspiel der U19-Bundesliga gegen den FC Bayern stattfinden – mit mehreren hundert Zuschauern. Der Verein prüft derzeit, ob das Spiel verlegt werden muss. „Wir wollen kein Risiko eingehen“, so Nachwuchsleiter Tobias Jenik. „Wenn es Hinweise gibt, dass hygienische Standards nicht eingehalten werden können, sagen wir ab.“
Doch wie konnte es so weit kommen? Experten vermuten eine Kombination aus warmen Sommermonaten, baulichen Schwächen und Essensresten, die rund um das Stadion regelmäßig zurückgelassen werden. „Ratten sind Opportunisten“, erklärt der Biologe Dr. Lukas Neumann von der Universität Hohenheim. „Wenn sie einmal einen Ort mit Futter und Schutz finden, verbreiten sie sich rasend schnell.“
Die Stadt Stuttgart wurde ebenfalls eingeschaltet. Ein Sprecher des Ordnungsamts bestätigte, dass man mit dem Verein im engen Austausch sei und regelmäßig Kontrollgänge durchführe. Auch benachbarte Sportanlagen wurden vorsorglich inspiziert.
Für den VfB ist die Angelegenheit mehr als nur ein hygienisches Problem – es ist auch ein Imageschaden. In Fankreisen kursieren bereits hämische Memes mit dem Titel „Rattenball Stuttgart“. Die Verantwortlichen zeigen sich dennoch kämpferisch: „Wir lassen uns nicht unterkriegen – weder auf dem Platz noch unter der Erde“, so ein Spre
cher des Klubs.