Sammer über Hoeneß-Aussagen: „Eberl lässt sich zu oft von Emotionen treiben“
München – Beim FC Bayern München ist es nie wirklich ruhig – auch nicht außerhalb des Platzes. Die jüngsten Aussagen von Ehrenpräsident Uli Hoeneß über Sportvorstand Max Eberl haben erneut für Aufsehen gesorgt. Nun hat sich mit Matthias Sammer ein weiterer prominenter Fußball-Experte und ehemaliger Bayern-Sportdirektor zu Wort gemeldet – mit überraschend deutlichen Worten.
In einem Interview mit dem TV-Sender Sport1 kommentierte der 58-Jährige die interne Spannung im Klub:
> „Ich kenne Uli Hoeneß sehr gut – wenn er öffentlich etwas sagt, dann hat er entweder einen klaren Plan oder es brennt lichterloh. In diesem Fall glaube ich, dass er Eberl bewusst provozieren wollte, weil er spürt, dass der sich manchmal zu sehr von Emotionen mitreißen lässt.“
Hintergrund: Hoeneß‘ Seitenhieb gegen Eberl
Der Auslöser für die Diskussion war ein Interview, in dem Hoeneß erklärte, Eberl habe sich in den ersten Monaten seiner Amtszeit „zu wenig klar positioniert“ und sei „nicht so präsent gewesen, wie man es bei Bayern erwartet“. Eine Aussage, die bei vielen als scharfer Seitenhieb verstanden wurde – zumal Eberl als Hoeneß’ persönlicher Wunschkandidat galt.
Sammer fordert mehr Selbstkontrolle
Sammer, der selbst als emotionaler, aber analytisch denkender Fußballfunktionär bekannt ist, kann die Kritik nachvollziehen – zumindest teilweise:
> „Max ist ein Fußballfachmann durch und durch. Aber bei Bayern musst du mehr sein als das. Du brauchst Haltung, Stärke und manchmal auch die Fähigkeit, Dinge nicht persönlich zu nehmen. Daran muss er arbeiten.“
Er betonte jedoch auch, dass Eberl erst seit wenigen Monaten im Amt sei und „ein solches Amt beim FC Bayern keine Eingewöhnungsphase“ kenne. „Du musst vom ersten Tag an funktionieren – das ist der Preis der Größe“, so Sammer weiter.
Eberl reagiert intern – aber nicht öffentlich
Laut Informationen der Süddeutschen Zeitung soll Max Eberl intern bereits das Gespräch mit Hoeneß gesucht haben. Öffentlich äußerte er sich bisher nicht zu den Vorwürfen. Auch auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel gegen Mainz 05 wich er Fragen nach dem Verhältnis zu Hoeneß bewusst aus.
Ein Klubsprecher betonte:
> „Der FC Bayern diskutiert intern leidenschaftlich, aber immer mit dem Ziel, das Beste für den Verein zu erreichen.“
Ein Verein unter Druck – und im Wandel
Die Debatte kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich der FC Bayern ohnehin im Umbruch befindet: Ein neuer Trainer, ein verändertes Teamgefüge und eine wachsende Erwartungshaltung der Fans. Dass gerade jetzt auch auf Führungsebene Uneinigkeit herrscht, dürfte die Lage nicht entspannen.
Sammer bringt es auf den Punkt:
> „Es geht nicht darum, wer Recht hat. Es geht darum, dass der FC Bayern wieder wie eine Einheit auftritt. Und dafür müssen alle – auch Uli und Max – ihren Teil beitragen.“