Joshua Kimmich packt aus: Chelsea-Duell als Schlüsselspiel, Transfer-Alarm im Sommer und die große Bundesliga-Sorge
In einem exklusiven Interview mit BR24Sport hat sich Joshua Kimmich, Mittelfeldstratege des FC Bayern München, so offen wie selten gezeigt. Im Fokus standen dabei nicht nur das bevorstehende Champions-League-Kracherduell gegen den FC Chelsea, sondern auch der turbulente Transfersommer sowie seine wachsenden Bedenken hinsichtlich der Zukunft der Bundesliga.
„Gegen Chelsea wird es eine Charakterfrage“, sagte Kimmich mit entschlossener Miene. „Sie haben ein junges, extrem dynamisches Team, das in der Premier League unter Beweis stellt, dass es jeden schlagen kann. Aber wir sind Bayern – wir kennen diese Bühne.“ Für Kimmich ist klar: Das Duell mit den Londonern sei mehr als nur ein Achtelfinale. Es sei ein Prüfstein für den aktuellen Zustand des Vereins, ein Gradmesser, ob die Mannschaft noch zur europäischen Elite gehört.
Dabei verschweigt der 30-Jährige nicht, dass intern beim FC Bayern nicht alles rund läuft. „Wir müssen ehrlich sein: Die letzten Jahre waren nicht Bayern-like“, betont er. „Die Titel in der Bundesliga kaschieren manchmal die Probleme, die wir auf internationalem Niveau haben.“
Ein großer Teil dieser Probleme sei laut Kimmich die Transferpolitik des Vereins. Während Klubs wie Manchester City oder Real Madrid gezielt und früh Topspieler verpflichten, habe man in München zu oft gezögert. „Wir dürfen nicht zusehen, wie die Besten zu anderen Klubs gehen, während wir auf Last-Minute-Lösungen hoffen“, sagt er deutlich. „Der Sommer 2025 wird entscheidend. Es braucht Qualität, aber auch Typen, die Verantwortung übernehmen.“ Die Rückkehr ehemaliger Bayern-Spieler wie Boateng oder Gerüchte um Xabi Alonso als möglichen Trainer zeigen laut Kimmich, dass der Verein auf der Suche nach Identität ist.
Auch um den deutschen Fußball im Allgemeinen macht sich Kimmich Sorgen. Die Bundesliga verliere international an Ansehen. „Die Premier League zieht nicht nur wirtschaftlich davon, sondern auch sportlich“, warnt er. „Wenn wir nicht aufpassen, wird unsere Liga zu einer Ausbildungsliga degradiert – stark in der Jugend, aber ohne Strahlkraft an der Spitze.“ Für ihn ist es höchste Zeit, dass DFL, Vereine und Spieler gemeinsam an einem Strang ziehen, um den deutschen Fußball wieder konkurrenzfähig zu machen.
Zum Schluss des Interviews wurde Kimmich gefragt, ob er selbst mit einem Wechsel spiele. Seine Antwort: „Ich bin offen für alles – aber mein Herz schlägt für den Fußball, nicht für Schlagzeilen.“ Eine Aussage, die viel Raum für Interpretation lässt – und den Bayern-Bossen sicher zu denken geben wird.