„Ich habe Mitleid mit ihm“ – Der Dauerzoff zwischen Lothar Matthäus und Uli Hoeneß eskaliert weiter
München – Es war ein sonniger Sonntagvormittag im „Sport1-Doppelpass“, doch das, was Uli Hoeneß dort von sich gab, schlug hohe Wellen – vor allem bei einem Mann: Lothar Matthäus.
„Lothar hat im Fußball vieles erreicht, aber in leitender Funktion hätte er bei Bayern nie funktioniert. Dafür fehlt ihm einfach die notwendige Loyalität“, sagte Hoeneß mit jener Mischung aus Überlegenheit und Schärfe, die ihn über Jahrzehnte zur prägendsten Figur des FC Bayern gemacht hat. Eine Spitze, die saß – und vor allem nicht unbeantwortet blieb.
Nur wenige Stunden später reagierte Matthäus in einem exklusiven Interview mit BILD – und das mit seltener Deutlichkeit. „Ich habe Mitleid mit Uli. Es scheint, als könne er nicht loslassen. Er spricht von Loyalität, dabei habe ich immer zum Verein gehalten – auch in schweren Zeiten. Vielleicht ist es gerade das, was ihn stört“, erklärte der Weltmeister von 1990 sichtlich angefasst.
Der Konflikt zwischen den beiden Bayern-Ikonen ist nicht neu, doch er wirkt dieser Tage wie ein niemals endendes Kapitel eines großen Buches über Freundschaft, Macht und Eitelkeit. Bereits in den frühen 2000er-Jahren hatte sich die Beziehung zwischen Hoeneß, dem damaligen Bayern-Manager, und Matthäus, dem Rekordnationalspieler, merklich abgekühlt. Der Grund? Ein Mix aus persönlichen Eitelkeiten, gescheiterten Comeback-Plänen und – wie so oft – unterschiedlichen Auffassungen über Loyalität.
„Ich hätte gerne mehr für den Verein gemacht, aber es gab da eben jemanden, der das nie wirklich wollte“, sagte Matthäus mit Blick auf Hoeneß, der in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder betont hatte, Matthäus fehle das „Mia san mia“-Gen, das wahre Bayern-Funktionäre ausmache.
Dass diese Aussage in der heutigen Zeit immer noch Gewicht hat, zeigt, wie sehr Hoeneß noch immer die Deutungshoheit im Bayern-Kosmos beansprucht. Doch Lothar, mittlerweile ein gefeierter TV-Experte mit klarer Meinung und viel Anerkennung, lässt sich davon nicht mehr den Mund verbieten.
„Ich habe in meinem Leben Fehler gemacht, wie jeder. Aber ich stehe dazu. Vielleicht sollte Uli das auch mal tun – vor allem, wenn er über andere urteilt“, so Matthäus weiter.
Inzwischen wird in München bereits spekuliert, ob dieser Zwist je enden wird – oder ob er sich mit jeder neuen Talkshow, jedem neuen Interview weiter aufschaukeln wird. Fest steht: Zwei der größten Figuren des deutschen Fußballs reden zwar übereinander, aber längst nicht mehr miteinander.
Und während Hoeneß weiter versucht, sein Bayern-Erbe zu schützen, bleibt Matthäus der unbequem ehrliche Spiegel einer Zeit, in der der FC Bayern noch nicht von PR-Beratern gelenkt wurde – sondern von großen Persönlichkeiten mit Ecken, Kanten und klaren Worten.