„Es war nicht genug“ – Rønnow hadert nach Unions Niederlage in Dortmund
Nach dem Schlusspfiff im Signal Iduna Park stand Frederik Rønnow mit verschränkten Armen vor den Kameras, Schweißperlen auf der Stirn, der Blick ernst – fast schon enttäuscht. Der Torhüter des 1. FC Union Berlin hatte gerade eine bittere 0:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund hinter sich gebracht, und seine Worte nach dem Spiel ließen keinen Zweifel daran, wie sehr ihn das Ergebnis wurmte: „Es war nicht genug. Nicht von mir, nicht von uns als Mannschaft.“
Schon in der ersten Halbzeit hatte Union sich bemüht, kompakt zu stehen und dem BVB das Leben schwer zu machen. Rønnow war dabei der Fels in der Brandung, parierte mehrfach stark gegen Malen und Reus, doch kurz vor der Pause war es dann doch passiert: Ein schneller Pass von Sabitzer hebelte die Abwehr aus, und Karim Adeyemi schob eiskalt zur Dortmunder Führung ein – unhaltbar für Rønnow.
„Wir wussten, dass Dortmund individuell stark ist“, erklärte der Däne nach dem Spiel. „Aber wir hatten uns vorgenommen, dagegenzuhalten, als Team geschlossen aufzutreten. Phasenweise ist uns das gelungen – aber in dieser Liga reicht ‚phasenweise‘ einfach nicht.“
Auch in der zweiten Hälfte versuchte Union, über Standards und Konter gefährlich zu werden, doch die letzte Durchschlagskraft fehlte. Und als Julian Brandt in der 78. Minute mit einem Distanzschuss das 2:0 erzielte, war das Spiel entschieden. Rønnow streckte sich vergeblich – es war einer dieser Treffer, bei dem selbst ein starker Keeper machtlos ist.
„Ich nehme das zweite Tor trotzdem auf meine Kappe“, sagte er selbstkritisch. „Vielleicht stehe ich da einen Schritt zu weit links. Es sind diese kleinen Dinge, die Spiele entscheiden.“
Trotz der Niederlage blieb Rønnow sachlich und fand auch lobende Worte für seine Mitspieler: „Ich sehe den Einsatz, den Willen. Aber wir müssen noch cleverer sein, noch kompakter verteidigen – vor allem gegen Teams wie Dortmund.“
Union Berlin hatte in der Sommerpause einige Veränderungen durchlaufen, und Trainer Nenad Bjelica setzt auf einen mutigeren, offensiveren Spielstil. Doch gegen einen Gegner wie den BVB zeigte sich, dass der Lernprozess noch andauert.
„Es bringt nichts, jetzt den Kopf hängen zu lassen“, sagte Rønnow zum Abschluss. „Wir analysieren das, lernen daraus und greifen nächste Woche wieder an. Wir sind Union – aufgeben gehört nicht zu unserem Vokabular.“
Der Torwart verließ das Interview mit einem knappen Nicken und verschwand in den Katakomben – bereit, weiterzuarbeiten, weiterzukämpfen. Denn für Frederik Rønnow ist klar: Solche Spiele verlieren darf man. Aber man darf sie nicht ohne Lehren hinter sich lassen.