„Es war nicht genug“ – Rønnow analysiert Union Berlins bittere Niederlage in Dortmund
DORTMUND – Als der Schlusspfiff im Signal Iduna Park ertönte und die Anzeigetafel ein ernüchterndes 1:3 aus Sicht des 1. FC Union Berlin zeigte, stand Frederik Rønnow wie versteinert in seinem Torraum. Der dänische Schlussmann, einer der wenigen Lichtblicke an diesem tristen Nachmittag, fasste das Spiel in drei schlichten, aber gewichtigen Worten zusammen: „Es war nicht genug.“
Schon in den ersten Minuten war klar, dass Union Berlin gegen ein entschlossenes Borussia Dortmund in die Defensive gedrängt werden würde. Die Gastgeber, angeführt von einem spielfreudigen Julian Brandt und einem unermüdlichen Marco Reus, setzten die Köpenicker früh unter Druck. Rønnow musste bereits in der 7. Minute mit einer spektakulären Parade gegen Niclas Füllkrug retten – ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte.
Union kämpfte, rannte, blockte – doch zu oft fehlten Präzision im Spielaufbau und Ruhe im Abschluss. Besonders in der ersten Halbzeit wirkte das Mittelfeld überfordert, die Abstände zwischen den Linien zu groß, die Passwege zu durchschaubar. Zwar gelang Kevin Behrens kurz vor der Pause per Kopf der zwischenzeitliche Ausgleich, doch Dortmund antwortete in Hälfte zwei mit gnadenloser Effizienz.
„Wir wussten, dass es hier schwer wird, aber wir haben es ihnen in manchen Momenten zu leicht gemacht“, erklärte Rønnow nach dem Spiel. Seine Enttäuschung war spürbar – weniger über das Resultat, sondern über die verpasste Chance, in einem so wichtigen Spiel ein Zeichen zu setzen.
Denn Union Berlin hatte sich viel vorgenommen. Nach der knappen Auftaktniederlage am ersten Spieltag wollte man mit einem mutigen Auftritt in Dortmund beweisen, dass man nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch in der Bundesliga mithalten kann. Doch am Ende dominierten wieder einmal individuelle Fehler und mangelnde Konsequenz in den entscheidenden Momenten das Union-Spiel.
Rønnow selbst war über weite Strecken der Turm in der Schlacht. Mit mehreren Paraden bewahrte er seine Mannschaft vor einem höheren Rückstand. Doch selbst ein Weltklasse-Keeper kann keine Spiele allein gewinnen. „Wir müssen als Team mehr investieren – nicht nur körperlich, sondern auch im Kopf. Wir dürfen uns nicht verstecken“, mahnte der Däne in der Mixed Zone.
Trainer Nenad Bjelica zeigte sich kämpferisch: „Das Ergebnis spiegelt nicht wider, wie sehr wir uns bemüht haben. Aber Mühe allein reicht in dieser Liga eben nicht.“
Für Union Berlin heißt es nun: Mund abputzen, Lehren ziehen und weitermachen. Der nächste Gegner wartet bereits – und mit ihm die nächste Chance, es besser zu machen.