500 Worte – starke und lebendige Fiktion:
Der Abend des zweiten Spieltags brannte sich ins Gedächtnis eines jeden Bundesliga-Fans – eingefangen in unserer imaginären, unvergesslichen Elf der Woche. Der Rasen glühte, die Flutlichter tauchten die Arena in magisches Licht, und mittendrin ragten sie auf: die Helden des Matchtags.
Im Tor stand Alexander Nübel, ausgeliehen von Bayern, aber an diesem Abend kein Bayern-Spieler, sondern Stuttgarts Retter. Mit ungeheurer Präsenz fing er jede Kugel – sechs Paraden, als sei sein Körper ein undurchdringliches Bollwerk, das Gladbach an den Torerfolg hinderte . Sein Blick war in die Zukunft gerichtet, doch im Hier und Jetzt entschieden seine Reflexe über Sieg oder Niederlage.
In der Abwehr dominierten vier Säulen: Ridle Baku aus Leipzig, flinken Schrittes über die rechte Seite, Dribblings elegant, Passquote bei grandiosen 92 %, mit einer Vorlage versehen und sieben von sechs Zweikämpfen gewonnen . Daneben Adam Dzwigala von St. Pauli, seltene Halleluja-Gesten in Form eines Torabschlusses aus Eckkombination – sauber, entschlossen, zielführend – und defensiv robust wie eine Festung . Ramy Bensebaini, Dortmunds Abwehranker, vorne unübersehbar durch das stabile Aufbauspiel – 90 % Passquote bei 110 Pässen, dazu sieben klärende Aktionen – ein Verteidiger, der Räume beherrscht . Und David Raum, wieder Leipzig, mit visionärem Auge: eine Vorlage und fünf gefährliche Pässe – Kapitänsqualität in jeder Bewegung .
Im Mittelfeld entfaltete sich Kreativität und Kraft. Nadiem Amiri (Mainz) dominierte das Zentrum, gewann Duelle, veranstaltete Spielzüge wie ein Teppichwirkmeister, löste Spannung mit einem späten Elfmeter – präzise ins Eck – und sicherte einen Punkt . Christoph Baumgartner (Leipzig) erhielt die Chance – und packte sie: ein eleganter, durchdachter Treffer, eingebettet in ein starkes Spiel . Ritsu Doan (Frankfurt) zeigte Magie im Offensivzentrum, brillierte mit einem Doppelpack und bereitete sogar noch ein Tor vor – als wäre er der Magnet des Spiels . Und Marius Bülter (Köln) spielte im Flow: ein Tor, zwei Assists, als Angriffsdirektor in seiner ganz persönlichen Symphoniennacht .
Ganz vorne duellierten sich zwei Torjäger: Serhou Guirassy (Dortmund) netzte doppelt ein, kaltblütig, effizient – ein Stürmer, der ohne Gnade trifft . Und Patrik Schick (Leverkusen), der trotz Resultat – 3:3 – mit einem Doppelpack aufzeigte, dass ein Stürmer auch in schwierigen Momenten das eigene Feuer entfachen kann .
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Die Fiktion lebt:
Stell dir die Zuschauertribünen vor – kochende Spannung, Herzschlagrhythmen, Massen in Farbenpracht. Jeder Pass, jeder Schuss, jeder Moment fühlbar. Nübel muss sich umdrehen, den Ball aus dem Winkel kratzen, unter tosendem Applaus. Baku flitzt über den Flügel, schlägt den Ball rein, Flanke – Dzwigala springt hoch, Kopfball, Tor – St. Pauli atmet auf. Bensebaini säubert in Not – sein Blick klar, jeder Schritt messerscharf. Raum schickt einen Pass wie ein Laserlicht – Ziel: gegnerisches Netz, Vorlage, kollektive Ekstase.
Amiri zieht an, zentriert – der Ball hüpft, die Menge hält den Atem – Elfmeter, Treffer, Jubel entlädt sich. Baumgartners Schuss rauschen, Netz zittert – präzise, abgeklärt. Doan tanzt durch die Abwehr, trifft zweimal, gibt mit einer Geste, die in die Augen brennt: „Ich bin hier.“ Bülter mixt Assist und Tor, ein Künstler vor dem Tor, der Köln verzaubert.
Guirassy schiebt ein – Zieltor, Man of the Match. Und Schick? Er trifft doppelt, versucht zu retten – Leidenschaft in jedem Schritt, obwohl das Blatt sich nicht wendete.