Jamal Musiala über die legendäre Nummer 10: “Es war keine leichte Entscheidung”
Als Jamal Musiala zur neuen Saison das Trikot mit der Nummer 10 übernahm, ging ein Raunen durch die Reihen der Fans und Experten. Die legendäre Rückennummer, einst getragen von Größen wie Arjen Robben und Lothar Matthäus, steht beim FC Bayern München für kreative Brillanz, spielentscheidende Momente – und enormen Druck. In einem exklusiven Interview reflektiert Musiala über die Entscheidung, diese Verantwortung auf sich zu nehmen.
„Ich habe lange überlegt“, gibt der 22-Jährige offen zu. „Es ist nicht einfach, so eine ikonische Nummer zu übernehmen. Ich weiß, was sie bedeutet – nicht nur für den Verein, sondern auch für die Fans.“
Musiala, der seit seinem Wechsel aus der Jugend des FC Chelsea 2019 eine kometenhafte Entwicklung hingelegt hat, galt schon früh als Hoffnungsträger des deutschen Fußballs. Seine Dribblings, seine Ruhe am Ball und seine Spielintelligenz erinnerten viele an einen jungen Messi – ein Vergleich, den Musiala selbst immer mit einem schüchternen Lächeln abtut.
„Ich bin Jamal“, sagt er. „Ich will nicht jemand anderes sein. Aber natürlich fühle ich den Anspruch, mit dieser Nummer zu liefern. Arjen Robben hat damit Champions-League-Tore geschossen. Er war ein Matchwinner. Wenn du die 10 trägst, erwarten die Leute, dass du den Unterschied machst.“
Sein erstes Spiel mit der neuen Rückennummer war ein Heimspiel gegen RB Leipzig. Die Augen der Allianz Arena ruhten auf ihm. Jeder Ballkontakt wurde bejubelt, jede vergebene Chance kritisch beäugt. Doch Musiala spielte befreit auf – bereit, Verantwortung zu übernehmen. In der 68. Minute erzielte er das Siegtor – ein Solo durch vier Leipziger Verteidiger, gefolgt von einem überlegten Abschluss ins linke Eck.
„Das war ein emotionaler Moment“, erinnert er sich. „In diesem Augenblick wusste ich: Ich bin bereit.“
Doch trotz der neuen Rolle und der symbolträchtigen Nummer will Musiala sich selbst treu bleiben. „Ich habe nicht die 10 genommen, um jemandem zu gefallen. Ich habe sie genommen, weil ich glaube, dass ich bereit bin, diesen nächsten Schritt zu gehen. Es ist eine Ehre – aber auch eine Verpflichtung.“
Trainer Vincent Kompany, der großen Wert auf mentale Stärke und Eigenverantwortung legt, lobt seinen jungen Star: „Jamal hat nicht nur das Talent, sondern auch die Reife, die es braucht, um die 10 zu tragen. Er will führen – nicht mit Worten, sondern mit Leistung.“
Mit der Rückennummer 10 auf dem Rücken beginnt für Musiala ein neues Kapitel. Ein Kapitel, das er mit Demut, Ehrgeiz und einer großen Portion Magie füllen will – ganz in der Tradition seiner legendären Vorgänger.