„Ich fühle Mitleid mit ihm“ – Der ewige Zwist zwischen Lothar Matthäus und Uli Hoeneß flammt erneut auf
München – Es ist ein öffentliches Duell zweier Titanen des deutschen Fußballs: Uli Hoeneß und Lothar Matthäus. Einst Weggefährten beim FC Bayern, heute Wortfechter in der Medienlandschaft. Nach den jüngsten Aussagen von Hoeneß im “Sport1-Doppelpass” scheint der alte Konflikt zwischen den beiden erneut aufgeflammt zu sein.
Hoeneß hatte sich am Sonntag deutlich über Matthäus geäußert. In der Live-Sendung sagte er: „Lothar hat sich durch seine Art viele Türen selbst zugeschlagen. Er hätte mehr aus seiner Trainerkarriere machen können, aber ihm fehlt das Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen.“ Damit spielte Hoeneß offenbar auf Matthäus’ wechselhafte Trainerstationen und sein häufig kontroverses Auftreten an.
Lothar Matthäus, Deutschlands Rekordnationalspieler und langjähriger Kapitän der Nationalmannschaft, ließ diese Worte nicht unbeantwortet. In einem exklusiven Gespräch mit der BILD reagierte er mit gewohnt scharfer Zunge: „Ich fühle mittlerweile eher Mitleid mit Uli. Offenbar kann er es nicht ertragen, wenn andere eine Meinung haben, die nicht seiner entspricht.“
Der 64-Jährige weiter: „Ich habe immer zum FC Bayern gestanden, habe den Verein auch nach meiner aktiven Karriere verteidigt. Aber es scheint so, als ob man bei Uli nur dann akzeptiert wird, wenn man bedingungslos seiner Linie folgt. Das war nie mein Stil.“
Der Konflikt zwischen Matthäus und Hoeneß reicht Jahre zurück. Schon in den 2000er Jahren war das Verhältnis zwischen dem damaligen Bayern-Manager Hoeneß und Matthäus angespannt. Trotz seiner Verdienste als Spieler wurde Matthäus nie in eine Führungsrolle beim Rekordmeister eingebunden – ein Umstand, den viele Experten und Fans bis heute nicht nachvollziehen können.
„Ich habe oft genug gesagt: Wenn man mich gefragt hätte, wäre ich bereit gewesen, dem FC Bayern zu helfen – in welcher Funktion auch immer. Aber Uli hatte da andere Pläne“, sagte Matthäus. Dabei betont er, dass er Hoeneß’ Verdienste um den Klub nie kleinreden wolle. „Aber Größe zeigt sich auch darin, andere Meinungen zu respektieren.“
In den sozialen Medien schlagen die Wellen hoch. Viele Fans stellen sich auf die Seite Matthäus’, der als einer der größten Spieler der Vereinsgeschichte gilt. Andere wiederum verteidigen Hoeneß, der als Architekt des modernen FC Bayern gesehen wird.
Ob es jemals zu einer Versöhnung zwischen den beiden Alphatieren kommt, ist fraglich. Vieles deutet darauf hin, dass der Graben zu tief geworden ist. Doch in der Welt des Fußballs sind schon überraschendere Dinge passiert.
Eines steht fest: Solange beide Persönlichkeiten öffentlich auftreten, wird der Name FC Bayern immer wieder in den Schatten dieses persönlichen Zwists geraten.