Seoane fordert Tabakovic heraus: Haris, jetzt musst du liefern!
Borussia Mönchengladbachs Cheftrainer Gerardo Seoane hat in einer Pressekonferenz am Donnerstag klare Worte für Stürmer Haris Tabakovic gefunden. Nach einem durchwachsenen Saisonstart der „Fohlen“ fordert der Schweizer Trainer mehr Einsatz, Präsenz und Torgefahr vom 29-jährigen Angreifer. „Haris hat enormes Potenzial, das hat er in der Schweiz und auch bei Hertha unter Beweis gestellt. Aber bei uns muss er jetzt den nächsten Schritt machen. Wir brauchen ihn – nicht morgen, sondern jetzt“, sagte Seoane mit Nachdruck.
Tabakovic, der im Sommer als Hoffnungsträger aus Berlin kam, hat bislang in sechs Bundesligaeinsätzen lediglich einen Treffer erzielt. Viel zu wenig für einen Spieler, der geholt wurde, um das vakante Sturmzentrum bei Gladbach neu zu beleben. Vor allem nach dem Abgang von Marcus Thuram hatte man sich von Tabakovic einen robusten, kopfballstarken Neuner erhofft, der Bälle festmachen und Tore liefern kann. Doch bislang blieb er vieles schuldig – zu langsam in der Entscheidungsfindung, zu wenig eingebunden ins Kombinationsspiel, zu selten torgefährlich.
Seoane zeigte sich auf der Pressekonferenz dennoch kämpferisch. „Ich sehe Haris jeden Tag im Training. Er arbeitet hart, aber es fehlt noch an Konsequenz im letzten Drittel. Wir brauchen mehr Gier, mehr Präsenz, mehr Führung auf dem Platz.“ Der Trainer stellte zugleich klar, dass er an Tabakovic glaubt, ihn aber jetzt in die Verantwortung nimmt: „In diesem Verein bekommt man nichts geschenkt. Wer hier spielen will, muss Woche für Woche liefern.“
Im Umfeld des Klubs ist man zwiegespalten. Während einige Fans Tabakovic mehr Zeit geben wollen, wächst bei anderen die Ungeduld. Vor allem nach dem enttäuschenden 1:3 gegen Mainz, in dem der Schweizer nahezu unsichtbar blieb, wurden erste kritische Stimmen laut. Ehemalige Gladbach-Legende Martin Stranzl äußerte sich bei „Fohlen.TV“ klar: „Tabakovic muss lernen, dass die Bundesliga ein anderes Tempo hat. Da reicht kein Stehfußball.“
Ob Seoanes öffentliche Kritik nun der nötige Weckruf für Tabakovic ist, bleibt abzuwarten. Am kommenden Wochenende trifft Borussia Mönchengladbach auf den SC Freiburg – eine Mannschaft, die für ihre kompromisslose Defensive bekannt ist. Seoane kündigte an, Tabakovic dennoch das Vertrauen zu schenken: „Ich bin überzeugt, dass er uns helfen kann. Aber er muss anfangen, an sich zu glauben – und das auf dem Platz zeigen.“
Die kommenden Wochen könnten entscheidend für Tabakovics Zukunft in Gladbach sein. Wenn der Angreifer es schafft, das Vertrauen seines Trainers in Tore umzumünzen, könnte er sich doch noch als Schlüsselspieler im Angriff etablieren. Gelingt ihm das nicht, droht der Weg auf die Bank – oder schlimmer noch, in die Bedeutungslosigkeit. Doch eines ist klar: Die Schonfrist ist vorbei. Haris Tabakovic steht jetzt im Fokus – und unte
r Zugzwang.