Ballack rechnet mit Bundesliga ab: „Ein Wirtz-Wechsel zu Bayern? Das hätte keinen Sinn gemacht!“
München – Michael Ballack, ehemaliger Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und langjähriger Bundesliga-Star, hat in einem aufsehenerregenden Interview scharfe Kritik an der aktuellen Entwicklung der Bundesliga und insbesondere an den Transferstrukturen geübt. Besonders deutlich äußerte er sich zur Entscheidung von Florian Wirtz, dem Ausnahmetalent von Bayer Leverkusen, nicht zum FC Bayern München zu wechseln.
„Ein Wechsel zu Bayern wäre für ihn ein Karrierekiller gewesen“, erklärte Ballack unmissverständlich. „So wie die Dinge dort derzeit laufen, hätte er sich in einem überfüllten Kader, in einem Klub ohne klare sportliche Linie, womöglich nur selbst geschadet.“
Ballack, der selbst 2002 von Leverkusen zu den Bayern wechselte und dort große Erfolge feierte, sieht heute einen fundamentalen Unterschied zur damaligen Situation: „Damals war Bayern die unangefochtene Spitze mit einem sportlichen Masterplan. Heute wirkt vieles willkürlich – von der Kaderplanung bis zur Trainerfrage. Spieler wie Wirtz brauchen Vertrauen, Spielzeit und ein stabiles Umfeld. Das bietet Leverkusen derzeit in Perfektion.“
Tatsächlich steht Bayer Leverkusen nach dem historischen Meistertitel 2024 unter Xabi Alonso für eine neue Fußballkultur in der Bundesliga – mutig, kreativ, international konkurrenzfähig. Wirtz, der unter Alonso zu einem der besten Offensivspieler Europas gereift ist, spielt dabei eine Schlüsselrolle.
Ballack lobte nicht nur Wirtz’ Entscheidung, sondern kritisierte auch das System Bundesliga scharf: „Es kann nicht sein, dass wir jedes Talent reflexartig nach München schicken. Diese Einbahnstraße hat unsere Liga über Jahre geschwächt. Konkurrenz belebt das Geschäft – und im Moment ist Leverkusen die beste Werbung für die Bundesliga, nicht Bayern.“
Der 98-fache Nationalspieler kritisierte zudem die Erwartungshaltung vieler Fans und Medien: „Nur weil jemand in der Bundesliga herausragt, muss er nicht zwangsläufig zu Bayern. Wir müssen weg von dieser Mentalität, dass nur dort die ‚echten‘ Karrieren stattfinden.“
Wirtz selbst hat sich zu möglichen Wechselgerüchten stets bedeckt gehalten, zuletzt aber mehrfach betont, wie wohl er sich in Leverkusen fühle. Auch Trainer Xabi Alonso, der trotz lukrativer Angebote seinen Vertrag verlängerte, ist ein entscheidender Faktor für den Verbleib des Jungstars.
Ballack zieht ein klares Fazit: „Wenn Florian Wirtz seine Entwicklung fortsetzen will, dann dort, wo er gewachsen ist – in Leverkusen. Ein Wechsel zu Bayern wäre aus sportlicher Sicht derzeit ein Rückschritt, nicht der erwartete Sprung nach vorn.“
Die Aussagen des ehemaligen Bayern-Stars sorgen für Diskussionen – nicht nur in München. Sie werfen grundlegende Fragen auf: Hat der FC Bayern seine Aura verloren? Und ist Leverkusen dabei, das Machtzentrum des deutschen Fußballs zu verschieben?
Eines ist klar: Die Bundesliga steht vor einem Wandel – und Florian Wirtz wird dabei eine zent
rale Rolle spielen.