“All eure Trikots scheißen auf unsere Identität” – VfB-Fans protestieren gegen neue Trikots der Saison 2025/26
Stuttgart – Der Unmut war bereits in den sozialen Medien spürbar, doch am Samstagabend beim Heimspiel gegen den FC Augsburg wurde er in voller Lautstärke sichtbar: Die aktive Fanszene des VfB Stuttgart protestierte massiv gegen die neuen Trikots des Vereins für die Saison 2025/26. Mit einem riesigen Banner auf der Cannstatter Kurve, auf dem in knallroten Lettern stand: “All eure Trikots scheißen auf unsere Identität”, setzten die Fans ein deutliches Zeichen.
Der Protest richtet sich gegen die Designs, die der Verein Anfang September stolz präsentierte – offenbar in enger Kooperation mit einem internationalen Modeunternehmen. Statt der traditionellen weiß-roten Heimfarben mit dem charakteristischen Brustring dominieren nun futuristische Muster, Grautöne und ein gebrochenes Beige. Auch das Auswärtstrikot in Anthrazit mit Neongrün sowie das grelle Ausweichtrikot in Türkis stießen auf heftige Ablehnung.
„Diese Trikots haben nichts mehr mit dem VfB Stuttgart zu tun. Kein Brustring, kein klares Weiß – nur Mode-Gimmicks für den internationalen Markt“, erklärt ein Sprecher der Ultras-Gruppe Schwabensturm 02 gegenüber der Presse. „Der Verein verkauft unsere Identität für ein paar Euro mehr Merchandising.“
Die Vereinsführung zeigte sich überrascht von der Heftigkeit der Reaktion. Vorstandschef Alexander Wehrle äußerte sich am Sonntag: „Wir wollten mit den neuen Trikots frische Impulse setzen und die Marke VfB international attraktiver machen. Natürlich nehmen wir die Kritik unserer Fans ernst, aber wir müssen auch wirtschaftlich denken.“
Doch der Protest geht tiefer als nur um die Farbe des Stoffes. Viele Fans fühlen sich seit Jahren entfremdet – von Marketingkampagnen, Ticketpreisen und dem Eindruck, dass Tradition und Fankultur dem Kommerz geopfert werden. Die neuen Trikots scheinen das Fass zum Überlaufen gebracht zu haben.
In Online-Foren und Fanblogs überschlagen sich die Diskussionen. Einige fordern sogar einen Boykott des Fanartikel-Shops. Unter dem Hashtag #BrustringIstNichtVerhandelbar trendete das Thema auf X (ehemals Twitter). Auch ehemalige Spieler meldeten sich zu Wort: „Der Brustring ist das Herz des VfB. Ohne ihn ist es einfach ein beliebiges Trikot“, schrieb etwa Ex-Kapitän Christian Gentner.
Wie es nun weitergeht, ist offen. Erste Stimmen aus dem Aufsichtsrat fordern, die Trikots zur Rückrunde anzupassen – zumindest das Heimtrikot. Die Ultras kündigten an, den Protest fortzuführen, sollte keine Reaktion folgen.
Fest steht: In Stuttgart geht es derzeit um mehr als nur Modefragen. Es geht um Identität, Tradition – und die Frage, wem der Verein eigentlich gehört.