Hjulmands Blitzwechsel nach Leverkusen: Zwischen Chaos, Chancen und großem Respekt für ten Hag
Am Mittwochmorgen herrschte reges Medieninteresse im Presseraum der BayArena. Kasper Hjulmand, der neue Cheftrainer von Bayer 04 Leverkusen, trat erstmals vor die Kameras – und was er zu sagen hatte, ließ keinen Zweifel daran, dass hinter den Kulissen zuletzt ein wahres Wechsel-Drama tobte. „Hektisch? Das wäre untertrieben“, sagte der Däne mit einem leichten Lächeln. „Es war ein Wirbelsturm – aber einer, der mich genau hierhergeführt hat.“
Der 53-Jährige, der zuvor die dänische Nationalmannschaft betreute und als ruhiger Taktiker mit tiefem Spielverständnis bekannt war, beschrieb seinen Wechsel nach Leverkusen als „emotionalen Kraftakt“. Noch vor zwei Wochen habe er sich auf die Nations-League-Vorbereitung konzentriert. „Dann kam der Anruf – und alles hat sich verändert.“
Insider berichten, dass der Verein nach dem plötzlichen Abgang von Erik ten Hag unter enormem Zeitdruck stand. Der Niederländer, der Leverkusen in der vergangenen Saison sensationell zur Vizemeisterschaft geführt hatte, folgte dem Ruf eines europäischen Topklubs. Für Hjulmand sei es keine einfache Entscheidung gewesen, seine Arbeit in Dänemark zu unterbrechen. Doch das Projekt in Leverkusen habe ihn gereizt. „Es ist ein Verein mit Charakter, Ambition und einer klaren Philosophie – genau das, was ich gesucht habe.“
Besonders auffällig: Hjulmand nahm sich Zeit, seinen Vorgänger zu würdigen. „Ich habe großen Respekt vor Erik ten Hag. Was er hier aufgebaut hat, ist beeindruckend. Die Spielstruktur, die Disziplin, die Energie – das ist nicht selbstverständlich.“ Es sei sein Ziel, nicht zu zerstören, was da sei, sondern „weiterzubauen – Stein für Stein, Spiel für Spiel.“
Trotz der lobenden Worte machte Hjulmand deutlich, dass er eigene Akzente setzen will. Ballbesitz, Flexibilität, Mentalität – das seien seine Eckpfeiler. Dabei denkt er langfristig: „Ich bin nicht hier, um kurzfristige Erfolge zu jagen. Ich bin hier, um etwas zu formen, das bleibt.“
Die Spieler reagierten laut Vereinsquellen positiv auf die erste Ansprache ihres neuen Trainers. Besonders Kapitän Florian Wirtz soll „beeindruckt“ gewesen sein von Hjulmands klarer Kommunikation und taktischer Vision.
Sportdirektor Simon Rolfes betonte die Bedeutung der schnellen Lösung. „Wir brauchten einen Trainer, der sofort übernehmen kann – und trotzdem eine Vision für die Zukunft mitbringt. Kasper war unsere erste Wahl.“
Ob Hjulmand die hohen Erwartungen erfüllen kann, bleibt abzuwarten. Doch sein Auftritt machte klar: Hier steht kein Zauderer an der Seitenlinie, sondern ein Mann mit einem Plan – und dem Mut, ihn in stürmischen Zeiten umzusetzen.