Matthäus zum Bellingham-Zwischenfall: „Ich verstehe ihren Standpunkt – aber nicht die Diskussion am Spielfeldrand“
München/Dortmund – Der jüngste Zwischenfall rund um Jobe Bellingham sorgt weiterhin für Schlagzeilen. Bei der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt wurde der englische Mittelfeldstar zur Halbzeit ausgewechselt, was zu emotionalen Szenen führte: Bellinghams Vater, Jude Bellingham Sr., reagierte sichtbar verärgert und suchte das Gespräch mit BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl. Nun äußerte sich Lothar Matthäus zu der Situation und zeigte Verständnis – betonte jedoch zugleich, dass die Art und Weise des Austauschs unglücklich war.
„Ich kann durchaus nachvollziehen, dass ein Vater emotional reagiert, wenn es um seinen Sohn geht, der auf dem Platz hart arbeitet“, sagte Matthäus in einem Interview bei einem deutschen Sportsender. „Die Sorge, die Leidenschaft – das ist menschlich. Ich verstehe, warum er enttäuscht war. Gleichzeitig muss man professionelle Grenzen wahren.“
Die Szene im Mittelpunkt
Berichten zufolge kam es direkt nach der Halbzeitpause zu einer intensiven Diskussion zwischen Bellinghams Vater und Kehl in unmittelbarer Nähe zur Kabinentür. Spieler und Trainer standen nur wenige Meter entfernt. „Solche Gespräche sollten intern stattfinden, nicht in Sichtweite der Mannschaft und der Kameras“, kritisierte Matthäus. „Die Spieler brauchen Ruhe und Fokus. Eine öffentliche Auseinandersetzung kann das Team unnötig belasten.“
Trotzdem hob der Rekordnationalspieler hervor, dass die Beteiligten menschlich handelten. „Sebastian Kehl hat professionell reagiert, er hat ruhig erklärt, warum die Entscheidung getroffen wurde. Ich denke, beide Seiten wollten das Beste für Jobe, aber der Ort und der Zeitpunkt waren unglücklich gewählt.“
Die Bedeutung für Bellingham und den BVB
Für Dortmund könnte der Vorfall Folgen haben, sowohl sportlich als auch medial. Jobe Bellingham gilt als Schlüsselspieler im Mittelfeld, sein Einfluss auf das Spiel der Schwarzgelben ist immens. „Wenn ein Spieler wie Bellingham emotional reagiert, zeigt das, wie wichtig er für die Mannschaft ist“, sagte Matthäus. „Aber es ist auch eine Mahnung, dass Kommunikation und Timing entscheidend sind – für das Team und für den Spieler selbst.“
Die Klubführung bestätigte, dass nach dem Spiel ein klärendes Gespräch mit dem Spieler und dessen Vater stattfand, um Missverständnisse auszuräumen und die Professionalität innerhalb des Teams zu gewährleisten. Matthäus lobte diesen Schritt: „Gut, dass man das intern besprochen hat. Solche Gespräche sollten hinter verschlossenen Türen stattfinden.“
Mediale Resonanz und Lehren
Der Vorfall löste in den Medien eine breite Debatte aus: über Väter, die aktiv in die Karrieren ihrer Kinder eingreifen, über den Umgang mit jungen Talenten und die Verantwortung der Vereine. Matthäus brachte es auf den Punkt: „Emotionen gehören zum Fußball, aber wir dürfen nie vergessen, dass Profisport auch ein Job ist. Spieler, Eltern und Vereine müssen gemeinsam einen professionellen Rahmen finden.“
Fazit
Lothar Matthäus zeigt Verständnis für die Emotionen rund um Jobe Bellingham, warnt aber vor öffentlichen Auseinandersetzungen in unmittelbarer Nähe der Mannschaft. Für Dortmund bleibt die Lehre klar: Kommunikation, Timing und Professionalität sind entscheidend, um junge Talente wie Bellingham optimal zu fördern – ohne unnötige Störungen am Spielfeldrand.