Die Sonne brannte über der Säbener Straße, der Himmel war klar – doch hinter den Kulissen zog ein Gewitter auf. Gespräche. Angebote. Forderungen. Der Name Nick Woltemade war in aller Munde: Ein Youngster aus dem Kader des VfB Stuttgart, 23 Jahre alt, hohes Potenzial – und das Interesse eines Giganten, eines Rekordmeisters. Bayern, so lautete das Gerücht, wolle ihn haben – doch für nicht weniger als 60 bis 80 Millionen Euro, manche sprachen sogar von über 100 Millionen. Für Max Eberl war das eine Rechnung, bei der die Variablen nicht stimmten.
Zunächst spielte Bayern mit, sondierte, machte Andeutungen. Bei öffentlichen Statements ließ Eberl durchblicken: „Wir wollen Woltemade“, doch stets im Rahmen dessen, was man für angemessen halte. Die Schmerzgrenze der Bayern, so viel war klar, lag weit unter dem, was Stuttgart forderte. Ein ganz normaler Poker unter Clubs, doch getrieben von öffentlichem Druck und Spekulationen, die Eberl offen kritisierte: Mondpreise, mediale Übertreibung, Fantastereien rund um Ablösen und Forderungen.
Doch der Moment kam, in dem Eberl öffentlich erklärte: Das Thema sei „vorerst vom Tisch“. Worte, scharf geschnitten in der Transferpolitik. Er sagte: „Wir haben, glaube ich, genug dazu gesagt. Wir haben uns um den Spieler bemüht, Stuttgart hat nicht signalisiert, reden zu wollen. Damit ist die Sache für uns vom Tisch.“ Damit machte Bayern deutlich, dass sie nicht bereit sind, jeden Preis zu zahlen – und auch nicht bereit, in endlose Verhandlungen mit einem Partner zu treten, der sich nicht bewegt.
Doch: Nicht alles ist zu Ende. In seinen Worten liegt ein „Aber“. Eberl ließ einen Spalt offen – das Transferfenster schließt erst am 1. September, und bis dahin sei „immer Bewegung möglich“. Ein Hintertürchen, schmal, aber vorhanden, falls Stuttgart doch noch einsichtig werde oder ein Angebot käme, das zu Gesprächen einlade.
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Was bedeutet das konkret?
Bayern signalisiert: Sie wollen nicht in einen Wettlauf der Höhenauktionen einsteigen, bei dem sie überhöhte Summen bezahlen.
Stuttgart hält an seiner Position fest: Vertrag bis 2028, kein Interesse zu verhandeln unterhalb ihrer Preisvorstellungen.
Für Woltemade persönlich bedeutet das Ungewissheit – ein Wechsel ist nicht ausgeschlossen, aber aktuell nicht in greifbarer Nähe. Der junge Stürmer bleibt vorerst in Stuttgart, weiter Teil der Planungen, mit internationalen Aufgaben wie der Europa League im Blick.
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Atmosphäre und Stimmung
In München herrscht eine Mischung aus Zufriedenheit und Zurückhaltung. Die Verpflichtung von Luis Díaz – für beträchtliches Geld – wurde gefeiert, als großer Schritt. Doch sie schafft auch neuen Druck: Wenn man einen gewichtigen Neuzugang macht, will man nicht in weiteren Spekulationen versinken, ohne die Ziele klar zu definieren.
Bei Stuttgart hingegen wächst der Stolz – und die Ablehnung, sich zu einem Schnäppchen machen zu lassen. Präsidium und Vorstand stehen geschlossen hinter ihrem Spieler. Nicht verkäuflich unterhalb der geforderten Ablösesumme, heißt die Devise. Auch das verpflichtet zu Standhaftigkeit.