Nagelsmann kritisiert Woltemade-Transferposse: „Schlecht für den Spieler, schlecht für die Klubs“
In einem selten offenen und kritischen Statement hat Bundestrainer Julian Nagelsmann am Donnerstagabend die andauernde Transferposse um Werder Bremens Offensivtalent Nick Woltemade scharf kritisiert. Auf einer Pressekonferenz vor dem Nations-League-Spiel gegen Dänemark äußerte sich Nagelsmann deutlich: „Was sich da in den letzten Wochen abgespielt hat, ist weder dem Spieler noch den beteiligten Vereinen dienlich. Es ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein Transfermarkt jungen Karrieren mehr schadet als nützt.“
Der 23-jährige Woltemade, dessen Vertrag bei Werder im Sommer 2025 ausläuft, stand zuletzt im Mittelpunkt eines regelrechten Transfer-Dramas. Mehrere Bundesliga-Klubs, darunter Eintracht Frankfurt, der VfB Stuttgart und zuletzt sogar der FC Bayern München, sollen Interesse signalisiert haben. Doch laut mehreren Medienberichten zogen sich Verhandlungen hin, wurden von Manager-Seite mehrfach neu aufgerollt und scheiterten mehrfach an Detailfragen. Besonders umstritten war offenbar ein kurzfristiges Angebot aus England, das für Verwirrung im Lager des Spielers sorgte.
„Wenn ein junger Spieler jeden zweiten Tag neue Versprechen hört – mal ist es ein Stammplatz in Frankfurt, dann plötzlich ein Fünfjahresvertrag in Brighton – dann verliert er den Fokus“, sagte Nagelsmann sichtlich genervt. „Nick ist ein talentierter, intelligenter Spieler. Aber was in den letzten sechs Wochen passiert ist, hätte ihm massiv schaden können.“
Tatsächlich wurde Woltemade in dieser Phase mehrfach von Cheftrainer Ole Werner aus dem Kader gestrichen. Offiziell hieß es, dies geschehe aus „mentalen Gründen“. Doch Insider vermuten, dass das ständige Hin und Her um seine Zukunft auch intern für Spannungen sorgte. Der Spieler selbst äußerte sich nur einmal in einem kryptischen Instagram-Post: „Manchmal ist Schweigen lauter als jedes Angebot.“
Nagelsmann, der bekannt für seine Förderung junger Spieler ist, sieht das Problem tieferliegend: „Es geht nicht nur um Woltemade. Es geht um ein System, das junge Talente zum Spielball macht – von Beratern, Medien und Vereinen, die kurzfristige Interessen über langfristige Entwicklung stellen.“
Wie es mit Woltemade weitergeht, ist noch unklar. Werder Bremen zeigte sich zuletzt offen für eine Vertragsverlängerung, soll jedoch intern nicht mehr mit einem Verbleib über den Winter hinaus rechnen. Ein Wechsel in die Premier League könnte im Januar erneut auf den Tisch kommen.
Für Nagelsmann steht fest: „Ich wünsche mir, dass Nick bald Klarheit hat. Denn nur dann kann er sich auf das konzentrieren, was wirklich zählt: Fußball spielen. Alles andere ist Gift – für ihn, für Werder und letztlich auch für den deutschen Fußball.“
Ob Woltemade in die Nationalelf berufen wird, ließ der Bundestrainer offen. Doch seine Worte klangen wie eine Warnung – an die gesamte Fußballbranche.