Risse im roten Geflecht – Opendas Leipziger Abschied
Es war kein leiser Abschied, kein flüchtiges Verschwinden durch die Hintertür, als Loïs Openda im Sommer 2025 seine Koffer in Leipzig packte. Hinter den Kulissen brodelte es schon lange – und schließlich verdichteten sich die Spannungen zu einem Sturm, der kaum noch zu kontrollieren war.
Im Trainingszentrum am Cottaweg begann es unscheinbar. Openda, der Stürmer mit der Explosivität eines Sprinters und dem Hunger eines Raubtiers, fühlte sich seit Monaten missverstanden. „Sie nutzen meine Stärken nicht“, soll er in einer hitzigen Teamsitzung gesagt haben. Sein Blick sei dabei auf Xavi Simons gefallen, den hochgehandelten Kreativspieler, der in der Hierarchie der Mannschaft immer mehr an Gewicht gewann.
Simons, selbstbewusst und von einer Aura getragen, die ihn in der Kabine zum stillen Anführer machte, soll trocken geantwortet haben: „Du bekommst die Bälle. Aber wenn du sie ständig verlierst, liegt das nicht an mir.“ Es war jener Satz, der die dünne Haut der Kameraderie aufriss. Von da an prallten beide Persönlichkeiten wie zwei unvereinbare Pole aufeinander.
Mitten in der Saison trugen sich Szenen zu, die den Leipziger Betreuern Sorgenfalten auf die Stirn trieben. Im Training blieb Openda nach einem verunglückten Pass von Simons stehen, hob die Arme und schrie laut: „Was soll ich damit anfangen?“ Simons konterte, rannte auf ihn zu und fauchte zurück: „Lauf endlich, dann bekommst du auch den Ball im richtigen Moment!“ Teamkollegen wie Willi Orbán und Dani Olmo mussten dazwischengehen, während Trainer Marco Rose beschwichtigend die Hände hob.
Doch die Spannungen lösten sich nicht – im Gegenteil. Auch in der Kabine wuchs das Schweigen. Openda saß zunehmend abseits, hörte Musik über Kopfhörer, während andere lachten und Karten spielten. Das einst geschlossene Geflecht einer jungen, hungrigen Mannschaft bekam Risse, die nicht mehr zu kitten waren.
Der Wendepunkt kam nach einer Niederlage in der Bundesliga, als Openda auf dem Rückweg im Mannschaftsbus einen spöttischen Kommentar fallen ließ. „Vielleicht spielt Xavi das nächste Mal gleich allein, dann klappt’s ja besser.“ Simons sprang auf, Worte flogen, Fäuste beinahe auch. Nur das schnelle Eingreifen des Betreuerstabs verhinderte eine Eskalation.
Von diesem Moment an war den Verantwortlichen klar: Ein radikaler Schnitt musste her. Während offiziell von „sportlichen Überlegungen“ und „neuen Herausforderungen“ gesprochen wurde, wusste jeder im Klub, dass es der Bruch zwischen den beiden Stars war, der den Ausschlag gab. Leipzig konnte es sich nicht leisten, eine ganze Mannschaft in den Strudel zweier verletzter Egos zu ziehen.
So wurde Openda wenige Wochen später verabschiedet. Ein offizielles Statement lobte seine Tore, seine Energie, seinen Beitrag zum Champions-League-Erfolg. Doch zwischen den Zeilen lag die unausgesprochene Wahrheit: Ein Spieler, der für Furore sorgte, aber auch für Unruhe, hatte die Balance der Kabine zerstört.
Xavi Simons blieb, strahlte weiter als Dreh- und Angelpunkt des Spiels. Openda dagegen suchte in der Ferne einen Neustart – entschlossen, seine Version der Geschichte zu erzählen, entschlossen, zu beweisen, dass er nicht der Sündenbock war, zu dem man ihn in Leipzig gemacht hatte.
Und so bleibt sein Abschied ein Kapitel, das in Erinnerung bleibt: nicht als gewöhnlicher Transfer, sondern als Drama voller Stolz, verletzter Eitelkeit und dem ewigen Kampf ggggd