Woltemade-Ausfall kein Hindernis: Stuttgart schlägt Gladbach mit Kampfgeist und Cleverness
Der kurzfristige Ausfall von Nick Woltemade hätte für den VfB Stuttgart kaum zu einem ungünstigeren Zeitpunkt kommen können. Der formstarke Angreifer, der in den vergangenen Wochen mit fünf Toren in vier Spielen geglänzt hatte, musste wegen muskulärer Probleme passen – doch seine Teamkollegen bewiesen am Samstagabend eindrucksvoll, dass sie auch ohne ihren Torjäger bestehen können.
Vor heimischer Kulisse in der MHPArena setzte sich der VfB mit 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach durch – ein Sieg, der nicht nur drei Punkte einbrachte, sondern auch ein klares Zeichen an die Konkurrenz war: Stuttgart bleibt auch ohne Woltemade gefährlich.
Von Beginn an zeigte das Team von Trainer Sebastian Hoeneß eine konzentrierte, strukturierte Leistung. Besonders hervorzuheben war das Pressingverhalten der Schwaben, die Gladbach kaum zur Entfaltung kommen ließen. Chris Führich und Enzo Millot rückten vermehrt ins Zentrum und kompensierten so die fehlende Tiefe in der Spitze. Hoeneß hatte seine Elf taktisch hervorragend eingestellt.
Das Tor des Abends fiel in der 34. Minute: Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld leitete Atakan Karazor blitzschnell auf Serhou Guirassy weiter, der mit einem präzisen Pass Jamie Leweling in Szene setzte. Der 23-Jährige blieb vor dem Tor eiskalt und schob den Ball an Gladbach-Keeper Moritz Nicolas vorbei ins Netz. Es war Lewelings erstes Saisontor – und ein mehr als verdienter Lohn für eine engagierte Vorstellung.
„Es war wichtig, dass wir zeigen, dass wir nicht von einem Spieler abhängig sind“, sagte Guirassy nach dem Spiel. „Nick ist ein Top-Stürmer, aber wir haben Qualität im gesamten Kader. Heute hat jeder für jeden gekämpft.“
Gladbach hingegen blieb über weite Strecken ideenlos. Zwar hatte Alassane Pléa in der 62. Minute die beste Chance der Gäste, als er nach einem Konter frei vor Nübel auftauchte – doch der Stuttgarter Schlussmann parierte stark und sicherte damit die knappe Führung. Die Fohlen fanden kaum Räume, da Stuttgarts Defensive – allen voran Waldemar Anton und Hiroki Ito – kompromisslos verteidigte.
Trainer Hoeneß zeigte sich nach dem Abpfiff zufrieden: „Wir wussten, dass es heute über den Kampf geht. Der Ausfall von Nick war bitter, aber wir haben ihn als Team aufgefangen. Es war ein Arbeitssieg, aber ein verdienter.“
Mit dem Erfolg festigt Stuttgart seinen Platz in der oberen Tabellenregion und zeigt eindrucksvoll, dass die Mannschaft auch in schwierigen Phasen stabil bleibt. Der Fokus liegt nun auf dem nächsten Spiel gegen den 1. FC Köln – dann möglicherweise wieder mit Woltemade.
Bis dahin dürfte das Selbstvertrauen bei den Schwaben weiter wachsen. Denn wenn selbst der Ausfall ihres Schlüsselspielers nicht zu einem Leistungsabfall führt, darf man sich in Stuttgart zu Recht Hoffnungen auf eine erfolgreiche Saison machen.