Stuttgart hadert mit Chancenverwertung nach bitterer Niederlage gegen Union Berlin
Es war ein Abend, der für den VfB Stuttgart ganz anders hätte verlaufen können. Trotz klarer Feldüberlegenheit, dominanter Spielanlage und zahlreicher hochkarätiger Chancen mussten sich die Schwaben am Samstagabend mit 0:1 bei Union Berlin geschlagen geben. Für Trainer Sebastian Hoeneß und seine Mannschaft war es eine Niederlage der besonders frustrierenden Sorte – nicht, weil der Gegner klar besser war, sondern weil man sich selbst um den verdienten Lohn brachte.
„Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht, aber wenn du deine Chancen nicht nutzt, gehst du eben leer aus – vor allem in der Bundesliga“, sagte Hoeneß nach dem Abpfiff sichtlich enttäuscht. „Das war ein Spiel, das wir niemals verlieren dürfen.“
Ein Spiel auf ein Tor – aber ohne Ertrag
Von Beginn an übernahm Stuttgart die Kontrolle. Mit einem mutigen, flachen Spielaufbau und viel Tempo über die Flügel setzten sie Union unter Druck. Besonders Jamie Leweling und Silas sorgten auf den Außenbahnen für Betrieb, während Guirassy im Zentrum mehrfach gefährlich in Szene gesetzt wurde.
Doch immer wieder scheiterte der VfB – entweder an sich selbst oder an Unions starker Defensive rund um Robin Knoche und Torwart Frederik Rønnow, der einen überragenden Tag erwischte. Gleich in der 12. Minute verhinderte er mit einer Glanzparade gegen Guirassy das 0:1, später klärte er reaktionsschnell gegen Millot (28.) und Stiller (41.).
Union selbst zeigte sich effizient – wie so oft. In der 56. Minute nutzte Kevin Volland eine Unaufmerksamkeit in der VfB-Hintermannschaft eiskalt aus. Nach einem Einwurf auf der linken Seite kombinierte sich Berlin mit zwei schnellen Pässen durch, Behrens legte ab, und Volland schob aus zwölf Metern flach ins rechte Eck ein – 1:0.
Hoeneß: „Diese Niederlage tut weh“
Nach dem Rückstand warf Stuttgart alles nach vorne. Mit der Einwechslung von Jeong Woo-yeong und Undav setzte Hoeneß ein klares Zeichen, doch der Ball wollte an diesem Abend einfach nicht ins Tor. Die beste Chance auf den Ausgleich vergab Leweling in der 81. Minute, als er aus fünf Metern den Ball über das Tor setzte – es war sinnbildlich für den gesamten Abend.
„Wir haben es heute verpasst, unsere Qualität in Tore umzumünzen“, ärgerte sich Kapitän Waldemar Anton nach dem Spiel. „Solche Spiele entscheiden sich über Details – und heute haben wir die falschen Entscheidungen getroffen.“
Union feiert, Stuttgart analysiert
Während Union den knappen Sieg und drei wichtige Punkte im eigenen Stadion feierte, trat Stuttgart die Rückreise mit leeren Händen an – trotz starker Leistung. Für Hoeneß und sein Team heißt es nun: aufarbeiten, Chancenverwertung verbessern und nach vorne schauen. Denn die Leistung passte – nur das Ergebnis nicht.
Am kommenden Wochenende wartet mit RB Leipzig der nächste Brocken. Dann will Stuttgart nicht nur gut spielen – sondern endlich auch wieder treffen.