Élber beschwichtigt Hoeneß-Eberl-Konflikt: “Ein harter Job führt zu Reibungen”
München – Inmitten der aufgeheizten Diskussionen rund um den FC Bayern München hat sich Klub-Legende Giovane Élber zur jüngsten Spannung zwischen Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Sportvorstand Max Eberl geäußert – und dabei eine versöhnliche Note angeschlagen.
Der 53-jährige Brasilianer, der zwischen 1997 und 2003 selbst das Trikot der Bayern trug und mit dem Klub unter anderem die Champions League 2001 gewann, zeigte sich im Gespräch mit der “Süddeutschen Zeitung” verständnisvoll für beide Seiten: „Es ist ganz normal, dass in einem Verein wie Bayern, wo der Druck riesig ist, auch mal die Fetzen fliegen. Das zeigt nur, wie viel Leidenschaft in den Menschen steckt.“
Der Hintergrund: Nach einer durchwachsenen Transferphase und sportlich schwankenden Ergebnissen in der neuen Saison äußerte sich Uli Hoeneß zuletzt auffällig kritisch über Eberls Arbeit. Besonders die schleppende Kaderplanung und das Fehlen eines zweiten Top-Stürmers wurden zum Ziel seiner Kritik. In einem Interview sagte Hoeneß sinngemäß, dass „bei Bayern wieder mehr gerackert werden“ müsse – eine Spitze, die viele Beobachter direkt auf Eberl bezogen.
Élber, der Hoeneß noch aus gemeinsamen Zeiten im Klub gut kennt, interpretierte die Aussagen jedoch anders: „Uli meint es nie persönlich. Wenn er so etwas sagt, dann will er wachrütteln, antreiben. Er ist ein Mann mit einem riesigen Bayern-Herz. Und Max? Der ist neu hier, aber kein Anfänger. Er weiß genau, wie der Laden läuft.“
Der Ex-Stürmer weiter: „Ich habe schon als Spieler erlebt, wie es ist, wenn Uli explodiert. Aber am nächsten Tag gibt er dir die Hand und alles ist gut. So ist er eben – direkt, emotional, aber immer im Sinne des Vereins.“
Tatsächlich gilt Hoeneß als jemand, der selten ein Blatt vor den Mund nimmt. Seine Loyalität zum Verein ist unbestritten, doch nicht immer stoßen seine impulsiven Kommentare auf Verständnis. Dass er nun öffentlich Kritik an Eberl äußert, hat viele im Klub überrascht – schließlich wurde Eberl erst Anfang 2024 verpflichtet, um langfristig die sportliche Leitung neu auszurichten.
Élber betonte jedoch auch die Wichtigkeit, Ruhe zu bewahren: „Die Saison ist lang. Max hat klare Ideen, Thomas Tuchel ist ein Top-Trainer, und die Mannschaft hat Qualität. Was sie jetzt brauchen, ist Vertrauen – von außen und intern.“
Abschließend appellierte Élber an das berühmte „Mia san mia“-Gefühl: „Bayern war immer stark, wenn alle an einem Strang gezogen haben. Streit gibt es überall – wichtig ist, dass man am Ende gemeinsam gewinnt.“
Ob seine Worte Wirkung zeigen? Zumindest beim kommenden Heimspiel in der Allianz Arena wird genau hingeschaut – auf die Körpersprache, auf das Miteinander. Denn bei Bayern München ist selbst zwischenmenschliche Diplomatie Teil des Erfolgs.