Eintracht Braunschweig 4:4 VfB Stuttgart (7:8 n.E.) – Ein Pokalabend für die Ewigkeit
Am Dienstagabend erlebte das Eintracht-Stadion in Braunschweig einen der packendsten Pokalkrimis der letzten Jahre. In einem wahren Torfestival trennten sich Eintracht Braunschweig und der Bundesligist VfB Stuttgart mit 4:4 nach Verlängerung – ehe die Schwaben sich im Elfmeterschießen mit 8:7 durchsetzten. Die 24.000 Zuschauer waren Zeugen eines Spiels, das an Dramatik kaum zu überbieten war.
Schon in der 6. Minute sorgte Anthony Rouault für die frühe Führung des VfB, nachdem er eine Ecke per Kopf verwertete. Doch Braunschweig ließ sich nicht beeindrucken: Die Hausherren spielten mutig nach vorne und kamen in der 18. Minute durch einen Distanzschuss von Rütten zum Ausgleich. Kurz vor der Pause ging Stuttgart erneut in Führung – diesmal war es Guirassy, der einen Konter eiskalt abschloss (43.).
Nach dem Seitenwechsel schien Stuttgart das Spiel unter Kontrolle zu haben, doch Braunschweig kämpfte sich leidenschaftlich zurück. In der 58. Minute gelang Krüger per Abstauber das 2:2. Danach ging es Schlag auf Schlag: Führich stellte in der 65. Minute auf 3:2 für die Gäste, doch nur zwei Minuten später egalisierte Abdullahi mit einem wuchtigen Kopfball.
Als in der 82. Minute Stuttgarts Leweling aus der Distanz zum 4:3 traf, glaubten viele an die Entscheidung – doch Braunschweig hatte noch eine Antwort parat. In der 89. Minute traf der eingewechselte Multhaup nach einem sehenswerten Solo zum vielumjubelten 4:4.
Die Verlängerung brachte trotz weiterer Chancen keine Tore mehr, vor allem Braunschweigs Keeper Hoffmann zeigte mehrere spektakuläre Paraden. So musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen.
Im nervenaufreibenden Shootout trafen die ersten sieben Schützen beider Teams sicher. Doch dann verschoss Braunschweigs Verteidiger Schultz – sein Schuss prallte an die Latte. VfB-Talent Silas blieb eiskalt und verwandelte den entscheidenden Elfmeter zum 8:7.
Was bleibt, ist ein legendärer Pokalabend mit allem, was den Fußball groß macht: Tore, Dramatik, Emotionen und ein unterklassiger Außenseiter, der dem Favoriten alles abverlangte. Trainer Sebastian Hoeneß lobte seine Stuttgarter: „Wir wussten, dass es hier schwer wird – aber das war ein Charaktertest, den wir bestanden haben.“
Braunschweigs Coach Schiele zeigte sich trotz der Niederlage stolz: „Unsere Jungs haben alles reingeworfen. Wir haben den Bundesligisten an den Rand der Niederlage gebracht. Darauf können wir aufbauen.“
Der VfB Stuttgart steht damit in der nächsten Runde, doch für viele Fans war Braunschweig der moralische Sieger des Abends. Dieses Spiel wird in die DFB-Pokal-Geschichte eingehen.