Defensivkrise bei Werder Bremen: Friedl fällt aus – Abwehr vor Härtetest
Es hätte eine Woche der Wiedergutmachung werden sollen, doch bei Werder Bremen überschlagen sich erneut die Negativschlagzeilen: Kapitän Marco Friedl muss verletzungsbedingt kurzfristig passen – ein herber Rückschlag für die ohnehin personell ausgedünnte Defensive der Hanseaten. Vor dem wichtigen Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag steht Trainer Ole Werner vor einem echten Puzzle.
Die angespannte Personallage
Bereits in den vergangenen Partien hatte sich abgezeichnet, dass Werder in der Abwehr große Probleme hat. Innenverteidiger Amos Pieper fehlt weiterhin mit einer langwierigen Sprunggelenksverletzung, während Milos Veljkovic nach seiner Gelb-Roten Karte in der Vorwoche gesperrt ist. Nun also auch Friedl: Der Österreicher zog sich laut Vereinsangaben im Training einen leichten Muskelfaserriss im Oberschenkel zu und wird mindestens zwei Wochen ausfallen.
„Das ist natürlich bitter. Marco ist nicht nur unser Kapitän, sondern auch ein wichtiger kommunikativer Anker in der Defensive“, erklärte Werner auf der Pressekonferenz am Freitagmittag. „Aber wir jammern nicht, sondern suchen Lösungen.“
Notlösungen und junge Hoffnungsträger
Eine dieser Lösungen könnte Julian Malatini sein, der im Winter aus Argentinien kam und bislang nur sporadisch zum Einsatz kam. Auch U23-Talent Fabio Chiarodia, gerade einmal 19 Jahre alt, wurde in dieser Woche verstärkt in die Trainingseinheiten der Profis eingebunden. Ob er am Wochenende sein Startelfdebüt geben wird, ließ Werner offen: „Fabio hat enormes Potenzial, aber wir wollen ihn nicht verheizen.“
Alternativ könnte Bremen auf eine Viererkette umstellen und Mittelfeldspieler Christian Groß erneut in der Abwehrzentrale einsetzen – ein taktischer Kniff, der bereits vergangene Saison in ähnlichen Situationen zum Tragen kam.
Statistik spricht eine klare Sprache
Die Zahlen sind alarmierend: In den letzten vier Bundesliga-Spielen kassierte Werder neun Gegentore, häufig nach individuellen Fehlern oder fehlender Abstimmung in der letzten Reihe. Friedl war bislang der konstanteste Verteidiger im Team – sein Ausfall wiegt entsprechend schwer.
„Es fehlt die Stabilität, das ist offensichtlich“, analysiert Ex-Werder-Profi und TV-Experte Per Mertesacker. „Ohne Friedl fehlt Bremen die defensive Balance. Jetzt ist es an der Mannschaft, sich über den Kampf neu zu definieren.“
Die Gegner wittern ihre Chance
Borussia Mönchengladbach reist mit viel Selbstvertrauen nach Bremen – allen voran Stürmer Tomas Cvancara, der in den letzten beiden Spielen jeweils traf. Werder wird also alle Kräfte bündeln müssen, um gegen die formstarke Borussia zu bestehen.
Fazit:
Die Lage in der Defensive ist für Werder Bremen vor dem kommenden Spieltag mehr als angespannt. Mit dem Ausfall von Friedl droht ein weiteres Defensivchaos. Trainer Werner steht vor einer der schwierigsten taktischen Aufgaben der Saison – und muss auf Kreativität, Mut und vielleicht ein bisschen Glück setzen, um diese Krise zu überstehen.