„Wir sind die wahren Gewinner“ – Uli Hoeneß über die Bayern-Transfers dieses Sommers
Es war ein besonderer Vormittag im Münchener Hilton am Tucherpark: Die legendäre Fußball-Talkshow Doppelpass feierte ihr 30-jähriges Jubiläum, und als Ehrengast ließ es sich Uli Hoeneß nicht nehmen, mit pointierten Aussagen für Aufsehen zu sorgen. Der Ehrenpräsident des FC Bayern München trat gewohnt meinungsstark auf und sprach Klartext – vor allem über die Transferstrategie seines Herzensklubs im Sommer 2025.
„Alle reden über Mega-Transfers, über 100-Millionen-Deals. Aber am Ende zählt nicht nur, wie viel man ausgibt, sondern was man daraus macht. Und in diesem Sommer sind wir die wahren Gewinner – sportlich wie wirtschaftlich“, sagte Hoeneß, während das Publikum zustimmend nickte.
Mit dem ablösefreien Wechsel von Florian Wirtz, der nach monatelangem Werben endlich aus Leverkusen an die Isar gekommen war, gelang dem Rekordmeister ein echter Coup. „Ein Spieler wie Wirtz – jung, technisch herausragend, mental stark – der bringt uns nicht nur sportlich weiter, sondern ist auch ein Statement“, betonte Hoeneß. Der Transfer galt als kleiner Geniestreich von Sportvorstand Christoph Freund, der sich laut Hoeneß „schon jetzt als echter Glücksgriff für den Klub“ erwiesen habe.
Auch die Rückholaktion von Jérôme Boateng – dieses Mal in neuer Funktion als Co-Trainer – sorgte für Aufmerksamkeit. Hoeneß verteidigte den Schritt: „Jérôme kennt den Klub, er kennt die Ansprüche. Er ist jemand, der Führung vorlebt. Und genau das braucht diese junge Mannschaft.“
Besonders stolz zeigte sich der 73-Jährige über die Entscheidung, auf spektakuläre, aber riskante Transfers wie den kolportierten Deal mit João Félix zu verzichten. „Wir lassen uns nicht treiben von Medien oder Märkten. Es bringt nichts, 80 Millionen für einen Namen zu zahlen, wenn er nicht in unser System passt. Wir bauen auf Stabilität, Teamgeist und Identifikation – Werte, die den FC Bayern seit jeher ausgezeichnet haben.“
Während andere Vereine wie der FC Chelsea oder Paris Saint-Germain Unsummen investierten, sei der FC Bayern mit Augenmaß und Strategie vorgegangen. „Wir haben mit Tel verlängert, Musiala gehalten und neue Talente aus der eigenen Jugend eingebunden – das ist nachhaltiger Erfolg.“
Die Zuschauer im Studio applaudierten mehrfach, vor allem als Hoeneß abschließend sagte: „Der FC Bayern ist mehr als ein Klub – wir sind eine Familie. Und wir denken langfristig. In fünf Jahren werden viele sehen, dass dieser Sommer ein Wendepunkt war.“
Ob Hoeneß damit Recht behält, wird sich zeigen – aber an diesem Sonntagvormittag war klar: Der Patriarch des FC Bayern ist geistig so präsent wie eh und je – und seine Vision für den Verein lebt weiter.