Woltemade über Stuttgarts Absage an Bayern: „Es war nicht immer leicht für mich“
Die Sonne brannte an jenem Trainingstag über dem VfB-Trainingsgelände, doch Nick Woltemade schien mit Gedanken ganz woanders zu sein. Zum ersten Mal sprach der junge Nationalspieler offen über die geplatzten Wechselgespräche mit dem FC Bayern München – ein Kapitel, das ihn mehr beschäftigte, als viele gedacht hatten.
„Natürlich ist es eine Ehre, wenn ein Verein wie Bayern anklopft“, begann Woltemade in einem exklusiven Interview mit dem Kicker. „Aber als dann die Entscheidung fiel, dass ich nicht gehen darf, war das schon hart. Es war nicht immer leicht für mich.“
Die Bayern hatten laut Medienberichten im Sommer 2025 gleich zwei Offerten für den 23-jährigen Offensivspieler abgegeben – eine im Juni, eine kurz vor Ende der Transferperiode. Beide Male habe der VfB Stuttgart abgelehnt. Der Verein sehe in Woltemade einen zentralen Baustein für die Zukunft, heißt es aus Klubkreisen. Trainer Sebastian Hoeneß soll persönlich darauf gedrängt haben, den Spieler zu halten.
Doch für Woltemade war die Situation komplexer. „Ich habe mich sehr mit der Möglichkeit beschäftigt. Jeder träumt davon, eines Tages bei einem der größten Klubs Europas zu spielen. Ich bin da ehrlich: Ich habe mich gefragt, was wäre wenn“, erklärt er.
Dennoch betont er, dass sein Herz weiterhin für Stuttgart schlägt. „Ich habe hier meinen Durchbruch geschafft. Der Verein, die Fans, das Trainerteam – sie haben mir alles gegeben. Das vergesse ich nicht.“
Im Laufe des Gesprächs wird deutlich, wie sehr der mediale Druck und die ständige Spekulation um seine Person ihn belastet haben. „Man steht morgens auf, schaut aufs Handy, und da steht schon wieder irgendein Artikel: ‚Woltemade zu Bayern – Deal kurz vor Abschluss‘. Dabei wusste ich selbst oft nicht, was wirklich läuft.“
Dass der Wechsel nicht zustande kam, sieht er heute als Teil seines Weges. „Vielleicht war ich noch nicht bereit. Vielleicht war es genau das, was ich gebraucht habe – ein klares Zeichen, dass ich hier noch nicht fertig bin.“
Seitdem hat sich der 1,94 Meter große Offensivspieler deutlich weiterentwickelt. Seine Leistungen in der Bundesliga sprechen für sich – vier Tore und sechs Assists in den ersten sieben Spielen der Saison. Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann zeigte sich zuletzt beeindruckt und nominierte ihn erneut für die Nationalelf.
„Ich habe mir geschworen, die Entscheidung zu akzeptieren und auf dem Platz zu antworten“, so Woltemade abschließend. „Und wer weiß – vielleicht kommt irgendwann ein neuer Moment. Aber jetzt liegt mein Fokus zu 100 Prozent auf dem VfB.“
Mit dieser Haltung hat sich Nick Woltemade nicht nur in Stuttgart viele Sympathien erarbeitet – sondern vielleicht auch seinen Weg zu den ganz großen Bühnen des Fußballs selbst geebnet.