Bayern München im internen Zwist: Sammer fordert Eberl auf, „zu knurren, kratzen oder zurückzubeißen“
In München brodelt es mal wieder. Beim FC Bayern, wo sportlicher Erfolg und öffentliche Debatten Hand in Hand gehen, sorgt die jüngste Kritik von Matthias Sammer an Sportvorstand Max Eberl für Schlagzeilen. Der ehemalige Bayern-Sportdirektor und heutige TV-Experte machte klar: Wenn Eberl den Posten beim deutschen Rekordmeister langfristig ausfüllen will, müsse er stärker auftreten – notfalls auch „knurren, kratzen oder zurückbeißen“.
Die Aussagen fallen in einer Phase, in der der Verein nicht nur sportlich, sondern auch strukturell unter besonderer Beobachtung steht. Nach turbulenten Monaten mit Diskussionen über Trainerentscheidungen, Transferpolitik und interne Machtfragen, scheint die Geduld vieler Beobachter mit der aktuellen Führungsriege auf die Probe gestellt. Sammer, der von 2012 bis 2016 selbst Verantwortung an der Säbener Straße trug, kennt die besonderen Mechanismen beim FC Bayern genau. Seine Worte haben daher Gewicht.
Eberl unter Druck
Max Eberl kam im Frühjahr nach München mit dem klaren Auftrag, die sportliche Ausrichtung neu zu ordnen und wieder mehr Ruhe in den Verein zu bringen. Der 50-Jährige gilt als erfahrener Manager, der bei Borussia Mönchengladbach und später auch in Leipzig bewiesen hat, wie man ein Team nachhaltig aufstellt. Doch bei Bayern weht traditionell ein schärferer Wind. Jeder Schritt wird von Medien, Fans und internen Kräften akribisch beobachtet.
Besonders die jüngsten Transferperioden haben Kritik ausgelöst. Während namhafte Neuzugänge wie João Palhinha oder Michael Olise Begeisterung hervorriefen, wird Eberl gleichzeitig vorgehalten, in bestimmten Schlüsselpositionen zu zögerlich agiert zu haben. Auch die Vertragsfragen rund um Leistungsträger wie Joshua Kimmich oder Alphonso Davies sind bislang ungelöst.
Sammers deutliche Worte
In einer TV-Runde betonte Sammer, dass der Sportvorstand in München nicht nur moderieren, sondern auch konsequent seine Position durchsetzen müsse: „Max muss lernen, sich gegen Widerstände durchzusetzen. Bei Bayern reicht es nicht, freundlich zu erklären. Hier musst du auch mal knurren, kratzen oder beißen, wenn es darauf ankommt.“
Die Botschaft ist eindeutig: Wer im Machtgefüge des FC Bayern besteht, darf nicht nur Vermittler sein, sondern muss auch Härte zeigen – sowohl nach innen in Richtung Vorstand und Aufsichtsrat als auch nach außen gegenüber Medien und Kritikern.
Ein Verein voller Erwartung
Die Mahnung Sammers trifft einen wunden Punkt. Seit Jahren wird beim FC Bayern nicht nur sportliche Exzellenz erwartet, sondern auch Führungsstärke in der Vereinszentrale. Persönlichkeiten wie Uli Hoeneß oder Karl-Heinz Rummenigge haben die Maßstäbe gesetzt – lautstark, kontrovers, aber stets mit klarer Kante. Ob Eberl diese Rolle in ähnlicher Weise ausfüllen kann, bleibt abzuwarten.
Für den Moment ist klar: Der Sportvorstand steht im Rampenlicht. Jeder Auftritt, jede Entscheidung wird genau analysiert. Sammers Worte könnten dabei weniger als bloße Kritik, sondern vielmehr als Ratschlag gemeint sein – eine Aufforderung, den Kampfmodus einzuschalten, wenn es die Situation erfordert.
Fazit
Die kommenden Monate werden zeigen, ob Eberl tatsächlich „zubeißen“ kann, wenn der Druck steigt. Fest steht: Beim FC Bayern München gibt es keinen Schonraum. Wer hier Verantwortung trägt, muss bereit sein, Konflikte auszutragen – und genau das fordert Matthias Sammer jetzt lautstark ein.