Drei späte Rückschläge kosten drei Punkte – VfB verspielt späte Führung in Freiburg
Freiburg, 14. September 2025 – Was als kontrollierter Auswärtsauftritt des VfB Stuttgart begann, endete in einer bitteren Lehrstunde über Konzentration, Nervenstärke und das gnadenlose Gesicht des Bundesliga-Fußballs. Beim hitzig geführten Duell im Europa-Park Stadion unterlag der VfB dem SC Freiburg mit 3:1 – obwohl die Schwaben bis zur 75. Minute noch mit 1:0 in Führung lagen.
Cheftrainer Sebastian Hoeneß hatte seine Elf bestens eingestellt. Stuttgart präsentierte sich von Beginn an konzentriert, aggressiv in den Zweikämpfen und taktisch gut organisiert. Besonders im zentralen Mittelfeld zog Atakan Karazor souverän die Fäden, während vorne Ermedin Demirović mit hoher Laufbereitschaft und einem eiskalten Abschluss in der 28. Minute das verdiente 0:1 erzielte. Nach einem schnellen Konter über die linke Seite verwandelte der Angreifer trocken ins lange Eck – keine Chance für Freiburgs Keeper.
In der Folge kontrollierte der VfB weite Strecken der Partie. Die Defensive um Waldemar Anton stand sicher, Freiburg fand kaum Mittel, um gefährlich in die Tiefe zu kommen. Zwar erhöhte der Sport-Club nach der Pause den Druck, doch Stuttgart verteidigte zunächst mit hoher Disziplin und wirkte reif, die knappe Führung über die Zeit zu bringen.
Doch dann kam, was im Fußball oft kommt – der eine Moment, der alles kippen lässt.
In der 76. Minute nutzte Freiburg eine Unachtsamkeit im Aufbauspiel. Ein zu kurzer Rückpass von Pascal Stenzel wurde abgefangen, der eingewechselte Lucas Höler schob zum 1:1 ein. Was dann folgte, war ein kollektiver Einbruch auf Seiten des VfB. Die Ordnung ging verloren, der Kopf wurde schwer – und Freiburg roch Blut.
Nur vier Minuten später schlug der Sport-Club erneut zu: Ein schnell ausgeführter Freistoß überraschte die gesamte Hintermannschaft der Gäste, Vincenzo Grifo stand völlig frei und verwandelte zur 2:1-Führung. Die Stuttgarter Proteste über eine mögliche Abseitsstellung blieben ungehört – der VAR bestätigte das Tor.
In der 89. Minute folgte der endgültige Knockout. Stuttgart war inzwischen weit aufgerückt, um noch den Ausgleich zu erzwingen, doch ein Konter der Freiburger ließ die letzten Hoffnungen zerplatzen. Wieder war es Höler, der per Kopf nach einer Flanke das 3:1 markierte – die Entscheidung.
Nach Abpfiff war die Enttäuschung auf Seiten des VfB greifbar. Kapitän Karazor sprach von einem „brutalen Spielverlauf“, Demirović rang nach Worten. Trainer Hoeneß äußerte sich sachlich, aber sichtlich frustriert: „Bis zur 75. Minute haben wir ein starkes Auswärtsspiel gemacht – dann haben wir die Kontrolle verloren. Das darf uns auf diesem Niveau nicht passieren.“
Mit leeren Händen und hängenden Köpfen trat der VfB die Rückreise an – eine bittere Erinnerung daran, wie schnell ein sicher geglaubter Sieg in eine schmerzhafte Niederlage umschlagen kann. Für Stuttgart gilt nun: Spiel abhaken, Lehren ziehen und nach vorne blicken. Denn die Bundesliga verzeiht keine Schwächephasen – schon gar nicht in der Schlussviertelstunde.