Eberl stichelt gegen Hoeneß – Spannungen im Bayern-Umfeld nehmen zu
Beim FC Bayern München ist es selten ruhig, doch in den vergangenen Tagen sorgt ein verbaler Schlagabtausch für besonderes Aufsehen. Sportvorstand Max Eberl hat in einem Interview eine Spitze gegen Ehrenpräsident Uli Hoeneß platziert – eine Äußerung, die innerhalb des Vereins und auch in der Öffentlichkeit für Diskussionen sorgt. Hinter den Kulissen zeichnet sich damit eine Dynamik ab, die auf die Balance der Macht im Klub hinweist.
Eberl, der erst seit wenigen Monaten im Amt ist, hatte sich in den letzten Wochen bemüht, eine klare Linie zu etablieren. Nach einer turbulenten Saison mit internen Debatten, Verletzungssorgen und Diskussionen um Transfers wollte er Ruhe einkehren lassen. Doch als Hoeneß in einem Interview öffentlich über die Arbeit der sportlichen Leitung sprach und dabei andeutete, dass er sich an manchen Entscheidungen störe, reagierte Eberl ungewöhnlich deutlich. „Manche Kommentare von außen helfen uns nicht weiter, sondern erschweren unsere Arbeit“, erklärte der Sportvorstand. Ein Satz, der von vielen Beobachtern als direkte Spitze gegen Hoeneß verstanden wurde.
Der Ehrenpräsident, der seit Jahrzehnten als prägende Figur beim Rekordmeister gilt, ist bekannt dafür, selten ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Ob es um Trainerfragen, Spielereinkäufe oder Personalpolitik geht – Hoeneß meldet sich regelmäßig zu Wort und sieht sich selbst als „Stimme der Vernunft“ im Verein. Doch genau diese Rolle ist für die aktuelle Führungsriege manchmal problematisch, da sie nach außen Geschlossenheit zeigen möchte.
Eberl machte in seiner Äußerung deutlich, dass es für ihn entscheidend sei, Entscheidungen intern zu diskutieren und nach außen ein einheitliches Bild abzugeben. Insbesondere vor wichtigen Spielen und in Phasen, in denen das Team ohnehin unter Druck steht, könne öffentliche Kritik aus den eigenen Reihen kontraproduktiv sein. Auch wenn er den Namen Hoeneß nicht direkt nannte, war die Botschaft klar – die ständigen Kommentare des Ehrenpräsidenten stoßen nicht nur auf Zustimmung.
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Während ein Teil der Fans Eberls Haltung begrüßt und darin ein notwendiges Signal der Eigenständigkeit erkennt, sehen andere die Aussagen als unglücklich an. Schließlich sei es Hoeneß gewesen, der den FC Bayern über Jahrzehnte geprägt und wirtschaftlich wie sportlich auf ein internationales Topniveau gehoben habe. Kritiker werfen Eberl vor, dass er sich zu früh in eine offene Konfrontation mit einer Legende des Vereins begeben könnte.
In den Medien wird das Thema breit diskutiert. Viele Kommentatoren weisen darauf hin, dass sich bei den Bayern ein klassisches Machtspiel abzeichnet. Auf der einen Seite die „alte Garde“ um Hoeneß, die auch im Ruhestand Einfluss behalten will, auf der anderen Seite die neue sportliche Leitung, die ihre eigenen Strukturen schaffen und Autorität gewinnen möchte.
Ob es zu einer direkten Eskalation kommt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass die Worte Eberls nicht zufällig gewählt waren. Sie signalisieren den Anspruch, den Verein nicht nur zu verwalten, sondern ihn auch unabhängig von der Vergangenheit in die Zukunft zu führen. Für den FC Bayern bedeutet das eine weitere Episode in der langen Geschichte innerer Reibungen – ein Verein, der nie nur auf dem Platz, sondern auch hinter den Kulissen von Leidenschaft, Macht und starken Persönlichkeiten
geprägt wird.