Exequiel Palacios fällt auf unbestimmte Zeit mit Adduktorenverletzung aus
Bayer Leverkusen muss einen herben Rückschlag verkraften: Mittelfeldspieler Exequiel Palacios wird dem Bundesliga-Spitzenklub auf unbestimmte Zeit fehlen. Der argentinische Nationalspieler zog sich eine Verletzung am rechten Adduktor zu, wie der Verein am Samstag offiziell bestätigte. Die Diagnose sorgt für Sorgen bei Trainer Xabi Alonso, da Palacios in den vergangenen Monaten zu den absoluten Leistungsträgern der Werkself gezählt hatte.
Die Verletzung ereignete sich im Training während einer intensiven Einheit zur Vorbereitung auf das nächste Bundesligaspiel. Palacios brach die Übung sofort ab und griff sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an die rechte Leiste. Erste Untersuchungen durch die medizinische Abteilung von Bayer Leverkusen ergaben eine strukturelle Schädigung im Adduktorenbereich, die eine längere Pause nach sich zieht. Exakte Angaben zur Ausfallzeit wollte der Verein bislang nicht machen, da die Heilungsdauer bei Adduktorenverletzungen stark variieren kann.
Für Palacios ist es nicht die erste schwere Verletzung seiner Karriere. Bereits in der Vergangenheit hatte der 25-Jährige wiederholt mit muskulären Problemen zu kämpfen. Dennoch hatte er sich in der abgelaufenen Saison zu einem unverzichtbaren Element im Leverkusener Mittelfeld entwickelt. Mit seiner Aggressivität im Zweikampf, seiner präzisen Spieleröffnung und seiner Erfahrung aus der argentinischen Nationalmannschaft war er ein Schlüsselspieler im System von Alonso.
Der Ausfall des Südamerikaners kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Bayer Leverkusen steht sowohl in der Bundesliga als auch in internationalen Wettbewerben unter hohem Druck. In der Liga geht es darum, die Tabellenspitze zu verteidigen, während in Europa die entscheidenden Gruppenspiele bevorstehen. Palacios’ Präsenz im zentralen Mittelfeld war dabei stets ein stabilisierender Faktor. Nun muss Alonso kurzfristig Alternativen entwickeln. Kandidaten für die Nachfolge im Zentrum sind unter anderem Granit Xhaka, der ohnehin als Führungsspieler gesetzt ist, sowie Robert Andrich und der junge Noah Mbamba.
Besonders bitter ist die Nachricht auch für die argentinische Nationalmannschaft. Palacios war in den vergangenen Länderspielen ein fester Bestandteil von Lionel Scalonis Auswahl und galt als möglicher Starter in der Qualifikation für die kommende Weltmeisterschaft. Ob er bei den anstehenden Partien im Herbst zur Verfügung steht, ist mehr als fraglich.
Die Reaktionen innerhalb des Vereins und der Fangemeinde fielen entsprechend bedrückt aus. Viele Anhänger äußerten ihre Sorge über die Stabilität der Mannschaft ohne Palacios, lobten aber gleichzeitig dessen Kampfgeist und Willensstärke. Vereinsarzt Dr. Karl-Heinz Wellmann betonte, dass man bei der Behandlung keinerlei Risiko eingehen werde: „Die Gesundheit des Spielers steht an erster Stelle. Exequiel wird alle Zeit bekommen, die er benötigt, um vollständig zu genesen.“
Für Palacios beginnt damit eine Phase der Geduld und des konsequenten Aufbautrainings. In Leverkusen hofft man, dass der Mittelfeldmotor möglichst bald zurückkehrt, doch zugleich ist allen bewusst, dass Adduktorenverletzungen heimtückisch sind und bei zu schneller Belastung ein hohes Rückfallrisiko bergen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Werkself diesen herben Verlust kompensieren kann – und wann Palacios wieder ins Geschehen eingreifen darf.