Hoeneß nach Niederlage gegen Freiburg: “Wir waren mit dem Ball einfach nicht gefährlich genug”
Nach dem enttäuschenden 0:2 gegen den SC Freiburg herrschte beim VfB Stuttgart eine Mischung aus Frust, Nachdenklichkeit und Selbstkritik. Im Kabinentrakt des Europa-Park Stadions versuchten Cheftrainer Sebastian Hoeneß und Kapitän Waldemar Anton, das Geschehene in Worte zu fassen – mit klaren, deutlichen Aussagen.
„Wir haben über weite Strecken des Spiels zu wenig mit dem Ball kreiert“, sagte Hoeneß nüchtern. „Freiburg war kompakt, aber wir haben ihnen das Leben auch zu einfach gemacht. Es fehlte die Tiefe, der Mut in den Zwischenräumen, und teilweise auch die Laufbereitschaft ohne Ball.“
Der Coach sprach ruhig, aber bestimmt. Er wirkte keineswegs panisch – doch seine Worte hatten Gewicht. Es war kein Zufall, dass der VfB über 70 Prozent Ballbesitz hatte, ohne sich dabei echte Torchancen herauszuspielen. „Ballbesitz allein gewinnt keine Spiele“, so Hoeneß weiter. „Wir müssen lernen, daraus auch echte Gefahr entstehen zu lassen.“
Kapitän Anton fand ähnlich klare Worte: „Das war nicht unser Anspruch. Wir wollten nach dem starken Saisonstart ein Zeichen setzen – aber das heute war zu wenig.“ Der Innenverteidiger räumte ein, dass der VfB besonders im letzten Drittel des Feldes zu harmlos agierte. „Wir haben oft zu lange gewartet, uns zu sehr auf Ballzirkulation konzentriert, anstatt in die Tiefe zu spielen. Freiburg hat das clever gemacht, aber wir haben uns auch selbst ausgebremst.“
Taktisch gesehen hatte Hoeneß erneut auf eine Viererkette gesetzt, mit einem spielstarken Mittelfeldzentrum um Stiller und Karazor. Doch das kreative Element fehlte – und auch Flügelspieler wie Führich oder Leweling fanden kaum Räume. Immer wieder lief der Ball quer, selten in die Tiefe. Freiburg stand kompakt, lauerte auf Umschaltmomente – und nutzte zwei davon eiskalt.
„Wir müssen uns die Frage stellen: Wollen wir den Ball nur haben, oder wollen wir auch etwas damit anfangen?“, fragte Hoeneß rhetorisch. Eine Frage, die in den kommenden Tagen sicherlich auch intern intensiv diskutiert wird. Zwar war es erst die zweite Niederlage der Saison, doch das „Wie“ machte dem Trainerteam zu schaffen.
Auch auf die mentalen Aspekte ging Hoeneß ein: „Vielleicht haben einige gedacht, nach den guten Wochen kommt das heute von allein. Aber so läuft es nicht. Jedes Spiel beginnt bei null.“
Ein schwacher Trost: Die nächsten Chancen zur Wiedergutmachung kommen bald. Bereits am nächsten Wochenende wartet ein Heimspiel gegen Mainz. Doch bis dahin ist klar: Beim VfB Stuttgart muss sich im Ballbesitzspiel einiges ändern – sonst könnte die Euphorie der ersten Wochen schnell verfliegen.
Hoeneß und Anton haben den Finger in die Wunde gelegt. Jetzt liegt es an der Mannschaft, zu reagieren – auf dem Platz, mit dem Ball, und vor al
lem mit mehr Mut.