Köln trotzt Wolfsburg in spektakulärem 3:3 – Kwasniok lobt „unbändigen Willen“ seiner Mannschaft
In einem packenden Bundesliga-Duell, das die Fans im RheinEnergieStadion bis zur letzten Sekunde fesselte, trennten sich der 1. FC Köln und der VfL Wolfsburg mit einem dramatischen 3:3-Unentschieden. Sechs Tore, ein emotionales Comeback, und ein Trainer, der nach Abpfiff stolz, erschöpft und gleichzeitig kämpferisch wirkte: Lukas Kwasniok, seit Kurzem Cheftrainer der Kölner, fand deutliche Worte für die Leistung seiner Mannschaft.
„Wir waren in der Schlussphase fest entschlossen, hier mindestens einen Punkt mitzunehmen – und das hat man gespürt. Die Jungs haben sich reingeworfen, gekämpft, alles gegeben. Ich bin stolz auf diesen Charakter“, sagte Kwasniok auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.
Die Partie begann denkbar ungünstig für die Hausherren: Bereits in der 7. Minute brachte Jonas Wind die Gäste aus Wolfsburg in Führung, nachdem die Kölner Abwehr zu offen agierte. In der 24. Minute erhöhte der stark aufspielende Lovro Majer per Distanzschuss auf 0:2. Die Domstädter schienen überrumpelt, doch Kwasniok blieb ruhig an der Seitenlinie, feuerte seine Elf unermüdlich an.
Noch vor der Pause gelang Köln durch Stürmer Davie Selke der wichtige Anschlusstreffer – ein wuchtiger Kopfball nach einer Ecke, der das Stadion zum Beben brachte. In der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Nach einem Konter stellte Wolfsburg in der 63. Minute auf 1:3 – erneut war es Wind, der vollendete.
Doch wer dachte, Köln sei geschlagen, hatte die Rechnung ohne Kwasnioks Mentalitätsmonster gemacht. Die Einwechslung von Denis Huseinbašić brachte frischen Wind ins Mittelfeld, und in der 74. Minute war es erneut Selke, der nach einem Geniestreich von Florian Kainz zum 2:3 einschob. Köln war nun am Drücker – angetrieben von 50.000 lautstarken Fans.
In der Nachspielzeit überschlugen sich die Ereignisse: Nach einem Foul an Faride Alidou entschied der VAR auf Elfmeter. Kainz trat an – und verwandelte eiskalt zum umjubelten 3:3-Ausgleich.
„Das war kein Spiel für schwache Nerven“, lachte Kwasniok später. „Natürlich hätten wir es gerne gewonnen, aber wenn man nach einem 1:3 so zurückkommt, dann zeigt das die Moral dieser Mannschaft. Wir bauen auf dieser Leistung auf.“
Die Kölner stehen nach diesem Punktgewinn weiterhin im unteren Tabellendrittel, doch die Art und Weise des Auftritts lässt auf eine Trendwende hoffen. Kwasnioks Handschrift – Emotionalität, Wille und Mut – wird immer deutlicher sichtbar. Für Wolfsburg war es dagegen ein gefühlter Rückschlag, nachdem man zweimal komfortabel geführt hatte.
Fakt ist: Dieses Spiel war Werbung für den Fußball. Leidenschaft, Tempo, Drama – und ein Trainer, der seine Mannschaft mit purer Überzeugung zu einem späten Pu
nktgewinn führte.