Lizarazu kritisiert Comans Wechsel zu Al-Nassr: “Ein Schritt zurück für einen Spieler seiner Klasse”
In der französischen Fußballwelt sorgt eine Entscheidung für Aufsehen: Kingsley Coman, der pfeilschnelle Flügelspieler des FC Bayern München, hat sich überraschend für einen Wechsel zu Al-Nassr in die Saudi Pro League entschieden. Ein Schritt, der nicht nur Fans und Experten spaltet, sondern auch bei einem prominenten Ex-Bayern-Star auf Unverständnis stößt: Bixente Lizarazu.
Der 2001er Champions-League-Sieger mit dem FC Bayern äußerte sich in einem Interview mit einem französischen Radiosender deutlich: „Es ist nicht die Art von Liga, in die man geht, wenn man sich sportlich weiterentwickeln möchte. Für mich ist das ein sportlicher Rückschritt.“
Lizarazu, bekannt für seine klare Haltung zu Fußball und Karriereplanung, sieht Comans Wechsel kritisch – und das trotz der Tatsache, dass dieser mit 29 Jahren noch auf hohem europäischem Niveau mithalten könnte. „Kingsley ist ein Spieler, der das Potenzial hat, noch viele Jahre auf Champions-League-Niveau zu spielen. Der Wechsel nach Saudi-Arabien wirkt, als würde er schon jetzt den Wettbewerb meiden wollen“, so Lizarazu weiter.
Al-Nassr, der saudische Klub, der in den letzten Jahren durch Transfers von Stars wie Cristiano Ronaldo und Sadio Mané internationale Aufmerksamkeit erlangte, bot Coman angeblich einen Mega-Vertrag mit einem geschätzten Jahresgehalt von 35 Millionen Euro netto. Finanzielle Argumente seien laut Lizarazu jedoch nicht alles: „Natürlich verstehe ich, dass solche Summen verlockend sind. Aber was ist mit dem sportlichen Ehrgeiz, mit der Leidenschaft für den Wettbewerb auf höchstem Niveau?“
Kingsley Coman selbst rechtfertigte seinen Wechsel mit dem Wunsch nach „einer neuen Herausforderung“ und der Gelegenheit, „den Fußball in einer aufstrebenden Region mitzugestalten“. Doch Kritiker wie Lizarazu werfen ihm vor, zu früh dem Geld den Vorrang vor dem sportlichen Anspruch zu geben.
Auch in der französischen Nationalmannschaft könnte der Wechsel Auswirkungen haben. Nationaltrainer Didier Deschamps hat sich zwar nicht direkt geäußert, ließ aber in der Vergangenheit durchblicken, dass Spieler in außereuropäischen Ligen es schwerer hätten, nominiert zu werden. Ein indirekter Warnschuss?
Lizarazu befürchtet, dass Coman – ähnlich wie andere Europa-Stars, die nach Saudi-Arabien gewechselt sind – in sportischer Bedeutung schnell verblassen könnte: „Du spielst nicht mehr jede Woche gegen die Besten der Welt. Du wirst weniger gefordert, entwickelst dich langsamer oder gar nicht mehr weiter. Das wirkt sich auf alles aus – auch auf die Nationalmannschaft.“
Ob sich Coman mit seinem Schritt langfristig einen Gefallen getan hat, bleibt abzuwarten. Fakt ist: Mit dem Wechsel zu Al-Nassr verlässt ein begnadeter Techniker vorerst die europäische Fußballbühne – sehr zum Missfallen eines Landsmannes, der weiß, wie kurz eine Karriere auf höchstem Ni
veau sein kann.