Cacau fordert mehr Mut vom VfB Stuttgart: „Ein bisschen mehr Courage – das ist alles, was fehlt“
Stuttgart – In sportlich durchwachsenen Zeiten für den VfB Stuttgart hat sich nun eine echte Vereinsikone zu Wort gemeldet: Cacau, der zwischen 2003 und 2014 109 Tore für den Klub erzielte und 2007 mit den Schwaben sensationell die deutsche Meisterschaft feierte, sprach am Rande eines Fan-Events in Bad Cannstatt offen über die aktuelle Lage seines Herzensvereins – und nahm dabei kein Blatt vor den Mund.
„Ich sehe da kein strukturelles Problem, keine Mannschaft, die auseinanderfällt. Aber was ich mir wünsche, ist ein bisschen mehr Mut, ein bisschen mehr Courage auf dem Platz“, so der ehemalige Nationalspieler. Der VfB hatte zuletzt drei Bundesligaspiele in Folge nicht gewonnen, darunter das unglückliche 1:2 gegen Mainz, bei dem man trotz 65 % Ballbesitz kaum zu klaren Torchancen kam.
Cacau: „Sie spielen zu oft auf Sicherheit“
Für Cacau ist klar: Die Qualität ist da – nur der Glaube fehlt manchmal. „Das ist eine junge Mannschaft, mit viel Talent. Aber sie spielen zu oft auf Sicherheit, statt mal das Risiko zu suchen. Dabei war es doch genau dieser Mut, der Stuttgart in der letzten Saison ausgezeichnet hat“, erinnerte der Deutsch-Brasilianer an die furiose Rückrunde 2024/25, die dem Team die Champions-League-Qualifikation brachte.
Vor allem in der Offensive sieht der Ex-Stürmer ungenutztes Potenzial: „Silas, Undav, Milošević – das sind Spieler, die jederzeit ein Spiel entscheiden können. Aber sie müssen sich trauen. Gegen tief stehende Gegner brauchst du Eins-gegen-Eins-Situationen, brauchst du Tempo, brauchst du Überraschungen.“
Keine Kritik an Hoeneß, aber klare Erwartungen
Trainer Sebastian Hoeneß, dem es bislang gelungen war, den VfB spielerisch auf ein neues Niveau zu heben, nahm Cacau explizit aus der Kritik: „Sebastian hat das Beste aus dieser Mannschaft herausgeholt. Er hat eine klare Idee, die Spieler stehen hinter ihm – das spürt man. Aber er muss jetzt den Mut auch einfordern.“
Die nächsten Wochen werden richtungsweisend. Der VfB trifft in der Liga auf Leipzig, Freiburg und Leverkusen – Gegner, bei denen ein selbstbewusstes Auftreten Pflicht ist, wenn man in der oberen Tabellenhälfte bleiben will.
Cacau als Stimme der Identität
Für die Fans ist Cacau längst mehr als nur ein Ex-Spieler. Er ist ein Symbol für eine Zeit, in der der VfB mit Leidenschaft und Unerschrockenheit Großes erreichte. Dass er nun öffentlich mehr Mut fordert, kommt nicht als Kritik, sondern als Weckruf.
„Ich weiß, was in diesem Klub steckt“, sagte er zum Abschluss. „Ich habe es selbst erlebt. Man muss sich nur trauen, es auch zu zeigen.“
Cacau fordert den Mut zur VfB-DNA zurück – und trifft damit den Nerv einer ganzen Fanseele.