Dortmund: Klärendes Gespräch mit Guirassy nach Elfmeter-Eklat
Nach dem umstrittenen Elfmeter-Zwischenfall beim Bundesliga-Spiel gegen den SC Freiburg kam es am Montagmorgen zu einem vertraulichen, aber äußerst intensiven Gespräch zwischen Borussia Dortmunds Sportführung und Neuzugang Serhou Guirassy. Wie Sky Deutschland exklusiv berichtet, trafen sich Sportdirektor Sebastian Kehl, Cheftrainer Nuri Şahin sowie Kapitän Emre Can mit dem Stürmer, um die hitzige Szene vom Samstagabend aufzuarbeiten.
Was war passiert? Beim Stand von 1:1 in der 63. Minute erhielt Dortmund einen klaren Strafstoß zugesprochen. Guirassy, bekannt für seine Ruhe vom Punkt und mit einer beeindruckenden Elfmeterquote von über 90 Prozent, schnappte sich sofort den Ball. Doch auch Ramy Bensebaini, der sich in letzter Zeit als sicherer Schütze präsentierte, bestand darauf, anzutreten. Vor den Augen von 81.000 Fans im Signal Iduna Park kam es zu einem offenen Wortgefecht. Mehrere Spieler mussten eingreifen, um die Situation zu deeskalieren. Letztlich verwandelte Guirassy – allerdings sichtlich angespannt – zum 2:1. Dortmund gewann das Spiel zwar mit 3:1, doch der Vorfall sorgte hinter den Kulissen für erheblichen Gesprächsbedarf.
Laut Vereinskreisen verlief das Treffen am Montag sachlich, aber nicht ohne klare Worte. Kehl stellte unmissverständlich klar, dass „solche Szenen das Mannschaftsgefüge gefährden“ und „einzelne Eitelkeiten dem kollektiven Erfolg niemals im Wege stehen dürfen.“ Trainer Şahin betonte die Notwendigkeit klarer Hierarchien: „Wer die Elfmeter schießt, wird im Vorfeld festgelegt. Emotionen gehören zum Fußball, aber Disziplin ist nicht verhandelbar.“
Guirassy zeigte sich einsichtig. In einer internen Stellungnahme räumte er ein, „zu impulsiv“ gehandelt zu haben, betonte jedoch, dass sein Handeln einzig dem Erfolg des Teams dienen sollte. „Ich wollte Verantwortung übernehmen“, sagte er, „aber ich hätte vorher das Gespräch suchen müssen.“ Auch Bensebaini äußerte sich später und nahm einen Teil der Schuld auf sich. „In der Hitze des Gefechts kann es zu Missverständnissen kommen“, schrieb er auf Instagram.
In einer gemeinsamen Aktion posteten beide Spieler am Montagabend ein Foto aus der Kabine, Arm in Arm, mit dem Hashtag #EchteLiebe – eine Geste der Versöhnung, die bei den Fans gut ankam.
Intern soll nun ein rotierendes Elfmetermodell geprüft werden, das klare Prioritäten regelt, aber Spielraum für situationsbedingte Entscheidungen lässt. Für Şahin ist klar: „Solche Situationen können ein Team entzweien – oder noch stärker machen. Wir haben uns für Letzteres entschieden.“