Demirović inspiriert Stuttgart zum dringend benötigten Sieg gegen St. Pauli
Nach Wochen voller Enttäuschungen und wachsenden Drucks atmete der VfB Stuttgart endlich auf. Vor 46.500 Zuschauern in der ausverkauften MHPArena feierte das Team von Trainer Sebastian Hoeneß einen überzeugenden 2:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli und holte damit erst den zweiten Sieg in der laufenden Bundesliga-Saison 2025/26.
Im Mittelpunkt des Erfolgs: Ermedin Demirović. Der bosnische Nationalspieler, der im Sommer von Augsburg kam, erzielte nicht nur den Führungstreffer, sondern war an nahezu jeder gefährlichen Aktion beteiligt. Seine Leidenschaft, Laufbereitschaft und sein unermüdlicher Einsatz machten den Unterschied gegen einen St. Pauli, der mutig begann, aber im Laufe der Partie immer blasser wurde.
Stuttgart begann nervös – zu tief saß die Enttäuschung nach der späten 2:3-Niederlage in Freiburg eine Woche zuvor. Doch angefeuert von den heimischen Fans und getragen vom Willen zur Wiedergutmachung, übernahm der VfB ab der 20. Minute die Kontrolle. In der 28. Minute war es dann so weit: Nach einem starken Ballgewinn von Angelo Stiller im Mittelfeld schaltete Stuttgart blitzschnell um. Stiller spielte einen präzisen Steilpass auf Demirović, der sich gegen Wahlqvist durchsetzte und aus 14 Metern flach ins linke Eck vollendete – 1:0 für den VfB.
Der Jubel war laut, aber auch erleichtert. Man spürte: Dieses Tor war mehr als nur eine Führung. Es war ein Signal.
St. Pauli hatte nur wenig entgegenzusetzen. Ihre beste Chance vergab Elias Saad kurz vor der Pause, als er frei vor Nübel auftauchte, aber den Ball am langen Pfosten vorbeischob. In der zweiten Halbzeit drängte Stuttgart weiter. Besonders Demirović, Silas und der eingewechselte Enzo Millot setzten die Defensive der Gäste unter Druck.
In der 67. Minute dann die Entscheidung: Nach einem Eckball von Führich herrschte Chaos im Strafraum der Kiezkicker. Der Ball sprang vor die Füße von Innenverteidiger Hiroki Ito, der aus kurzer Distanz zum 2:0 einschoss. Danach kontrollierte Stuttgart das Spiel souverän und ließ keine Zweifel mehr am verdienten Sieg aufkommen.
Trainer Hoeneß lobte nach dem Spiel vor allem die Mentalität seiner Mannschaft: „Die Jungs haben heute Charakter gezeigt. Nach den letzten Wochen war das keine Selbstverständlichkeit. Aber wir haben eine Reaktion gezeigt – und Ermedin war überragend.“
Für Stuttgart war es ein Befreiungsschlag – zumindest vorübergehend. Mit nun sieben Punkten nach sechs Spieltagen verlässt man vorerst die Abstiegsränge. Für St. Pauli hingegen war es ein Rückschlag nach dem starken 3:1-Sieg gegen Mainz zuletzt.
Ob dieser Sieg die Wende einleitet, bleibt abzuwarten. Doch für den Moment ist klar: Stuttgart lebt – und Demirović ist angekommen.