Reaktion nach dem Hoffenheim-Spiel – Jonathan Tah: „Haben sofort die richtige Reaktion gezeigt“
Nach dem Schlusspfiff in Sinsheim ging Jonathan Tah mit festen Schritten in Richtung Gästeblock. Schweiß perlte über seine Stirn, das Trikot durchtränkt, aber sein Blick war klar: konzentriert, ruhig – zufrieden. Der FC Bayern hatte soeben einen überzeugenden 4:1-Auswärtssieg gegen die TSG Hoffenheim eingefahren. Es war kein perfektes Spiel, aber ein starkes Statement. Und Tah, der im Sommer von Bayer Leverkusen nach München gewechselt war, brachte es auf den Punkt: „Wir haben sofort die richtige Reaktion gezeigt.“
Was er meinte, war klar. Die erste halbe Stunde hatte Bayern große Probleme – ungewohnte Formationen, rotierte Spieler, viele leichte Ballverluste. Hoffenheim nutzte das mutig aus und ging früh in Führung. Tah gestand im Interview mit Sky Deutschland: „Wir waren in den ersten Minuten nicht ganz wach, ein bisschen zu passiv. Aber wichtig ist, wie du reagierst – und das haben wir stark gemacht.“
Tatsächlich war es Tah selbst, der nach 25 Minuten mit einem beherzten Tackling und anschließender Spieleröffnung das Signal zur Wende gab. Die Defensive stabilisierte sich, das Pressing wurde intensiver, die Kommunikation auf dem Platz hörbar. „Ich hab viel gerufen heute,“ sagte der 29-Jährige mit einem leichten Grinsen. „Das gehört dazu – gerade wenn viele Neue in der Startelf stehen.“
Vincent Kompany hatte vor dem Spiel gleich auf fünf Positionen rotiert. Tah bildete die Innenverteidigung mit Minjae Kim, flankiert von Boey und Laimer. Im Mittelfeld ersetzte Goretzka den angeschlagenen Kimmich. Trotz dieser Umstellungen gelang es Bayern, nach dem Rückstand das Spiel komplett zu drehen. Harry Kane traf dreifach, Serge Gnabry setzte den Schlusspunkt. Tah war an zwei Toren direkt beteiligt – einmal durch einen präzisen Vertikalpass, einmal durch starkes Zweikampfverhalten vor dem Konter.
Nach dem Spiel lobte Kompany ausdrücklich die Reaktion der Mannschaft – und besonders Tahs Rolle als „Führungsspieler in der Entstehung“. Der Nationalspieler wurde in der Mixed Zone danach gefragt, ob er sich in der neuen Rolle als Abwehrchef wohlfühle. Seine Antwort: „Ich will Verantwortung übernehmen. Das ist einer der Gründe, warum ich zu Bayern gekommen bin. Hier zählt nur, wie du reagierst, wenn es mal nicht läuft.“
Auch die Statistiken unterstrichen seine Leistung: 92 % Passquote, 8 von 9 Zweikämpfen gewonnen, 6 klärende Aktionen – Tah war präsent, stabil und kommunikativ. Es war sein dritter Startelfeinsatz für den FC Bayern – und vermutlich sein bisher stärkster.
Abschließend betonte er: „So ein Spiel ist wichtig für den Kopf. Wir sind auf einem guten Weg, aber wir müssen dranbleiben. Die Saison ist lang, und die nächsten Gegner schlafen nicht.“
Ein Satz, der typisch ist für Jonathan Tah – ruhig, reflektiert, fokussiert. Und einer, der dem neuen Bayern unter Vincent Kompany ein Gesicht gibt.