Kompany überrascht: Vier Bayern-Stars auf der Bank – Jackson, Karl & Kim starten gegen Hoffenheim
Es war ein frischer Herbstnachmittag in der Allianz Arena, als die Aufstellung des FC Bayern München gegen die TSG Hoffenheim für erste Unruhe unter Fans und Experten sorgte. Auf dem offiziellen Team Sheet fehlten vier namhafte Stammkräfte in der Startelf: Joshua Kimmich, Thomas Müller, Leroy Sané und Dayot Upamecano saßen überraschend nur auf der Bank. Stattdessen vertraute Trainer Vincent Kompany auf ein junges, mutiges Trio: Bryan Jackson, Leo Karl und Min-jae Kim starteten – und sie lieferten ab.
Schon vor dem Spiel war zu spüren, dass Kompany etwas plante. In der Pressekonferenz hatte er betont, dass „jeder Spieler eine faire Chance“ bekomme und er bereit sei, neue Impulse zu setzen. Doch dass er gleich vier Leistungsträger pausieren ließ, schien gewagt – vor allem gegen eine Hoffenheimer Mannschaft, die zuletzt mit aggressivem Pressing überzeugte.
Die Entscheidung, Bryan Jackson ins zentrale Mittelfeld zu stellen, erwies sich als goldrichtig. Der 20-jährige US-Amerikaner, der im Sommer aus der Bayern-Akademie hochgezogen wurde, spielte mit einer Reife, die selbst gestandene Profis staunen ließ. Mit präzisen Pässen, mutigen Vorstößen und kluger Raumaufteilung gab er dem Spiel Struktur – und das in seiner Bundesliga-Startelf-Premiere.
Neben ihm überzeugte auch der erst 18-jährige Leo Karl, ein Eigengewächs aus München. Kompany hatte ihn schon seit Wochen im Training beobachtet, nun schenkte er ihm das Vertrauen auf der linken Außenbahn – und Karl zahlte es zurück. In der 27. Minute ließ er mit einem frechen Dribbling zwei Hoffenheimer stehen und legte quer auf Harry Kane, der zum 1:0 einschob. Die Arena tobte, Karl ballte die Faust – Kompany klatschte zufrieden an der Seitenlinie.
Auch Min-jae Kim, der unter Tuchel zeitweise mit Formschwächen zu kämpfen hatte, zeigte sich stark verbessert. An diesem Tag war er der Chef in der Abwehrzentrale, gewann fast alle Zweikämpfe und dirigierte die Abwehr mit lauter Stimme. Sein Auftritt erinnerte an seine besten Tage in Neapel – kompromisslos, klug, fokussiert.
Die Entscheidung, Kimmich und Müller zunächst draußen zu lassen, wurde in der zweiten Halbzeit besonders sichtbar: Die jungen Spieler wirkten hungrig, dynamisch und fokussiert. Als Kompany in der 75. Minute schließlich Müller und Sané einwechselte, war das Spiel mit 2:0 (ein weiteres Tor durch Bryan Jackson) bereits entschieden. Die Routiniers brachten Ruhe ins Spiel, doch der Stempel war längst von den „Neuen“ aufgedrückt worden.
Nach dem Spiel lobte Kompany seine Schützlinge: „Heute war ein Statement. Jeder muss spüren, dass Leistung zählt – nicht nur der Name.“ Die Presse feierte den Mut des Trainers, während Fans auf Social Media bereits von einem „neuen Bayern-Gesicht“ sprachen.
Eines ist klar: Kompanys Bayern sind unberechenbar geworden – und das könnte ihre größte Stärke in dieser Saison sein.