Rummenigge über verpasste Bayern-Transfers: “Wirtz und Woltemade? Das schmerzt”
München, 26. September 2025 – In einem offenen und ungewohnt selbstkritischen Interview hat sich Bayern Münchens Ehrenpräsident Karl-Heinz Rummenigge zu zwei der wohl schmerzhaftesten Transferverpassungen der letzten Jahre geäußert: Florian Wirtz (aktuell bei Bayer Leverkusen) und Nick Woltemade (Werder Bremen).
„Beide Spieler standen früh auf unseren Listen“, verriet Rummenigge im Gespräch mit SportBild. „Wir haben bei Wirtz definitiv zu lange gezögert – und bei Woltemade schlichtweg unterschätzt, wie schnell er sich entwickeln würde.“
Florian Wirtz: Der verlorene Spielmacher
Wirtz, der mittlerweile als einer der besten Offensivspieler Europas gilt, hatte schon im Alter von 17 Jahren beim 1. FC Köln für Aufsehen gesorgt, ehe er 2020 zu Bayer Leverkusen wechselte. Dort avancierte er zum Aushängeschild der Werkself – technisch versiert, spielintelligent, torgefährlich. In der Saison 2024/25 erzielte er 18 Tore und lieferte 16 Assists in der Bundesliga – und wurde zum Spieler der Saison gewählt.
„Wir hatten mehrfach Gespräche geführt, auch mit seiner Familie“, so Rummenigge weiter. „Aber es war eine Phase, in der wir intern zu sehr auf erfahrene Spieler gesetzt haben. Das war rückblickend ein Fehler. Florian wäre ein perfekter Bayern-Spieler gewesen – sportlich wie charakterlich.“
Nick Woltemade: Vom Geheimtipp zum Nationalspieler
Noch überraschender ist Rummenigges Offenheit im Fall Nick Woltemade. Der 2-Meter-Stürmer von Werder Bremen galt lange als ewiges Talent – bis er in der Saison 2024/25 förmlich explodierte. Mit 21 Toren in 30 Ligaspielen verhalf er den Hanseaten nicht nur zum sensationellen dritten Platz, sondern wurde auch in die Nationalmannschaft berufen, wo er im Sommer 2025 bei der EM in England drei Tore erzielte.
„Nick war auf dem Radar, aber wir haben ihn nicht ernst genug genommen“, gibt Rummenigge zu. „Wir dachten: guter Junge, aber vielleicht nicht Bayern-Format. Heute wissen wir: Er hat alles, was ein moderner Neuner braucht – Physis, Technik, Spielintelligenz und einen Killerinstinkt.“
Bayerns Umbruch – und die Lehren daraus
Rummenigges Aussagen fallen in eine Phase des Umbruchs beim FC Bayern. Nach einer durchwachsenen Saison, in der man nur Vizemeister wurde und im Champions-League-Halbfinale scheiterte, hat der Klub angekündigt, wieder verstärkt auf junge, entwicklungsfähige Spieler zu setzen.
Sportdirektor Max Eberl reagierte bereits: „Solche Fehler dürfen uns nicht nochmal passieren. Wir wollen die besten deutschen Talente frühzeitig an uns binden – und nicht erst dann, wenn sie 100 Millionen kosten.“
Wirtz wird mittlerweile mit Real Madrid und Manchester City in Verbindung gebracht. Woltemade verlängerte gerade seinen Vertrag in Bremen bis 2028 – mit Ausstiegsklausel.
Fazit: Eine ehrliche Bilanz mit Blick nach vorn
Karl-Heinz Rummenigges Worte zeigen, dass auch ein Rekordmeister wie der FC Bayern nicht unfehlbar ist. Die verpassten Chancen bei Wirtz und Woltemade sind Mahnmale – aber auch Motivation.
„Der Fußball ist schnell. Man muss schneller sein“, sagt Rummenigge zum Abschluss. „Vielleicht lernen wir ja endlich daraus.“