Schock beim BVB: Niko Kovač reicht überraschend Rücktritt als Cheftrainer ein
DORTMUND – Am frühen Dienstagmorgen erschütterte eine unerwartete Nachricht den Signal Iduna Park: Niko Kovač hat mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt als Cheftrainer von Borussia Dortmund eingereicht. Der 53-jährige Kroate informierte die Vereinsführung in einem kurzfristig einberufenen Treffen – nur wenige Stunden nach dem enttäuschenden 1:3 gegen den 1. FC Heidenheim.
“Es ist eine persönliche Entscheidung, die ich schweren Herzens getroffen habe”, erklärte Kovač in einer schriftlichen Stellungnahme. „Ich danke dem Verein, den Spielern und den Fans für ihr Vertrauen. Es ist Zeit, Platz zu machen für einen neuen Impuls.“ Die genauen Gründe ließ er offen, doch Insider berichten von wachsendem Druck, internen Spannungen und mangelnder Rückendeckung innerhalb der Kabine.
Kovač hatte erst im Sommer 2024 das Amt von Edin Terzić übernommen und war mit großen Erwartungen angetreten. Nach überzeugenden Testspielen und einem starken Saisonstart schien der BVB auf Kurs – doch zuletzt folgten fünf Pflichtspielniederlagen in sechs Partien. Besonders das frühe Aus in der Champions-League-Gruppenphase sowie das blamable Pokal-Aus gegen Drittligist Verl hatten Kovač zunehmend in die Kritik gebracht.
Sportdirektor Sebastian Kehl wirkte sichtlich erschüttert bei der hastig einberufenen Pressekonferenz: „Wir respektieren Niko Kovač’ Entscheidung, auch wenn sie uns überrascht hat. Wir danken ihm für seine Arbeit und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.“ Laut Kehl wird zunächst Co-Trainer Jan Zimmermann interimistisch übernehmen. Die Suche nach einem dauerhaften Nachfolger habe bereits begonnen.
Die Fans des BVB reagieren gemischt. In sozialen Netzwerken ist von “mutigem Schritt” bis zu “Flucht vor der Verantwortung” alles zu lesen. Einige Ultras hatten zuletzt mit Spruchbändern gegen den Trainer protestiert, während andere seinen Führungsstil lobten. Die Mannschaft zeigte sich in ersten Reaktionen “überrascht, aber entschlossen”, wie Kapitän Emre Can betonte.
Branchenkenner spekulieren bereits über mögliche Nachfolger. Namen wie Julian Nagelsmann, Xabi Alonso und sogar ein Comeback von Jürgen Klopp geistern durch die Medien – wobei letzteres wohl eher Wunschdenken ist. Fakt ist: Borussia Dortmund steht vor einer der wichtigsten Weichenstellungen der letzten Jahre.
Was bleibt, ist eine plötzliche Leerstelle auf der Trainerbank – und viele offene Fragen. War Kovač überfordert mit den internen Machtstrukturen? Hat er nie wirklich Zugang zur Mannschaft gefunden? Oder war der Zeitpunkt einfach unglücklich gewählt?
Sicher ist nur: Der BVB muss sich schneller denn je neu sortieren. Die Bundesliga kennt kein Innehalten, schon am Wochenende wartet das schwere Auswärtsspiel gegen RB Leipzig. Ob mit einem neuen Gesicht an der Seitenlinie oder nicht – der Druck bleibt.