Die berühmte „Yellow Wall“ von Borussia Dortmund steht vor einem Kampf abseits des Spielfelds, nachdem die UEFA neue Vorschriften für sichere Stehplätze eingeführt hat, die Vereinspräsident Hans-Joachim Watzke als „Unsinn und reine Bürokratie“ bezeichnete.
Die Südtribüne im Signal Iduna Park fasst knapp 25.000 Fans und ist die größte Stehplatztribüne im europäischen Fußball. Allerdings verlangt die UEFA nun durchgehende Wellenbrecher, um zu verhindern, dass Fans nach vorne stürzen – eine Anforderung, die die „Yellow Wall“ derzeit nicht erfüllt. Watzke argumentierte, dass das Stadion für Bundesligaspiele gegen Bayern Munich oder Bayer Leverkusen zugelassen sei: „Warum sollte es dann nicht auch für Champions-League-Spiele gegen dieselben oder andere Gegner geeignet sein? Zumal in all den Jahren nie etwas passiert ist.“
Dortmunds Organisationsdirektor Christian Hockenjos will die Regel bei einem UEFA-Treffen anfechten und erklärte, dass ein Umbau zehntausende Euro pro Spiel kosten würde.
Auf dem Platz spricht Dortmund ebenfalls eine klare Sprache. Ein Doppelpack von Serhou Guirassy in der ersten Halbzeit sowie vier Vorlagen von Julian Ryerson führten den BVB am Freitag zu einem 4:0-Heimsieg gegen Mainz 05. Damit verkürzten sie den Abstand auf den Bundesliga-Spitzenreiter Bayern Munich auf drei Punkte.
Bereits in der Woche zuvor hatte Guirassy beim 2:1-Auswärtssieg in Wolfsburg den späten Siegtreffer erzielt. Sportdirektor Sebastian Kehl bestätigte zudem, dass der Verein mit Verteidiger Nico Schlotterbeck über eine Vertragsverlängerung bis 2027 verhandelt. Kehl bezeichnete ihn als einen der komplettesten Innenverteidiger im deutschen Fußball.