Holger Badstuber kritisiert Bayern-Transfers: „Ich erkenne keinen klaren Plan“
München – Die Sommerpause 2025 war beim FC Bayern München geprägt von hektischen Verhandlungen, überraschenden Personalentscheidungen und hitzigen Debatten unter Fans und Experten. Einer, der sich nun besonders deutlich zu Wort gemeldet hat, ist Ex-Bayern-Verteidiger Holger Badstuber. In einem Interview mit dem fiktiven Fußballmagazin FußballWoche übte der ehemalige Nationalspieler scharfe Kritik an der Transferstrategie seines Ex-Klubs.
„Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was der Plan ist“, sagte Badstuber mit ernster Miene. „Man hat Spieler gehen lassen, die jahrelang zum Fundament dieses Vereins gehörten, und im Gegenzug Akteure verpflichtet, bei denen ich mich frage, ob sie wirklich das Bayern-Niveau haben.“
Besonders hart fiel sein Urteil über den ablösefreien Abgang von Alphonso Davies aus, der zum FC Chelsea gewechselt war, nachdem sich die Vertragsverhandlungen über Monate hingezogen hatten. „Davies war ein Ausnahmespieler auf der linken Seite, dynamisch, explosiv, und noch immer jung. Ihn ohne Ersatz ziehen zu lassen, ist aus sportlicher Sicht fahrlässig.“
Als „symbolisch für das Chaos“ bezeichnete Badstuber auch die kurzfristige Rückkehr von Jérôme Boateng, der nach zwei Jahren Vereinslosigkeit überraschend einen Einjahresvertrag erhielt. „Jérôme ist ein großartiger Spieler, aber das ist keine nachhaltige Lösung. Es wirkt, als würde man planlos auf Probleme reagieren, statt sie strategisch zu lösen.“
Auch die Offensive sieht Badstuber kritisch. Der Transfer von Hugo Ekitiké für 45 Millionen Euro vom FC Paris Saint-Germain habe ihn „verwundert“. „Der Junge hat Potenzial, ja – aber Bayern ist kein Ausbildungsverein. Du musst liefern, vom ersten Tag an. Ob Ekitiké diesem Druck gewachsen ist, bleibt abzuwarten.“
Positiv äußerte sich Badstuber hingegen über den Verbleib von Jamal Musiala und Joshua Kimmich, die trotz intensiver Wechselgerüchte gehalten werden konnten. „Das war wichtig für die Identität des Vereins. Aber sie allein können den Karren nicht ziehen.“
Die Aussagen des 36-Jährigen sorgten in den sozialen Medien für Aufsehen. Während viele Fans ihm zustimmten und selbst seit Wochen über eine fehlende sportliche Vision klagten, warfen andere ihm mangelnde Loyalität gegenüber dem Klub vor, bei dem er seine Karriere begonnen hatte.
Bayerns Sportdirektor Max Eberl konterte die Kritik kühl: „Holger hat eine Meinung, das ist sein gutes Recht. Aber wir arbeiten mit Weitblick. Manche Transfers entfalten ihre Wirkung nicht sofort – das braucht Zeit.“
Doch Zeit, das weiß man an der Säbener Straße nur zu gut, ist im Fußball ein rares Gut. Und sollte die Mannschaft unter dem neuen Trainer Vincent Kompany nicht schnell in die Spur finden, könnten sich Badstubers Worte schon bald als prophetisch erweisen.