Emre Cans Rückkehr verzögert sich – Genesung verläuft langsamer als erwartet
Die Fans von Borussia Dortmund müssen sich weiterhin gedulden: Kapitän Emre Can wird dem Team auf unbestimmte Zeit fehlen. Die Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr des Mittelfeldmotors haben sich zerschlagen, da der Heilungsprozess seiner Muskelverletzung langsamer verläuft als zunächst prognostiziert.
Ursprünglich war man im Lager der Schwarz-Gelben davon ausgegangen, dass Can bereits Anfang September wieder ins Mannschaftstraining einsteigen könne. Doch laut Vereinsärzten zeigen die betroffenen Muskelgruppen – insbesondere im Oberschenkelbereich – noch immer Entzündungsreaktionen, die eine Rückkehr ins Volltraining unmöglich machen. Eine Rückschlag-Gefahr sei laut medizinischer Abteilung „nicht auszuschließen“.
„Wir wollen bei Emre kein Risiko eingehen“, erklärte Trainer Nuri Şahin am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den SC Freiburg. „Er ist ein wichtiger Spieler, sowohl sportlich als auch charakterlich. Aber wir brauchen ihn in Topform – nicht halbfit.“
Die Verletzung hatte sich Can während eines intensiven Testspiels in der Vorbereitung zugezogen. Zunächst wurde von einer leichten Zerrung ausgegangen, doch weitere Untersuchungen offenbarten eine strukturelle Muskelverletzung, die eine mehrwöchige Rehabilitationsphase erfordert.
Für den 31-jährigen Nationalspieler ist die Situation frustrierend. „Natürlich ist es schwer, nur zuschauen zu können. Ich will der Mannschaft helfen, gerade in dieser wichtigen Phase“, sagte Can in einem Interview mit dem vereinseigenen TV. „Aber ich vertraue den Ärzten und meinem Körper. Ich komme zurück – stärker als zuvor.“
Die medizinische Abteilung arbeitet mit Hochdruck an einer individuellen Therapie, die neben physiotherapeutischen Maßnahmen auch regenerative Trainingseinheiten im Wasser und gezielte Kraftübungen im Kraftraum umfasst. Zudem erhält Can regelmäßig manuelle Behandlungen zur Lockerung des Gewebes.
Sportlich gesehen hinterlässt sein Fehlen eine spürbare Lücke im zentralen Mittelfeld. Youngster Kjell Wätjen und der erfahrene Marcel Sabitzer versuchen, die entstandene Lücke zu füllen, doch Cans Präsenz, Zweikampfstärke und strategische Weitsicht fehlen spürbar im Spiel der Dortmunder.
Intern wird bereits darüber diskutiert, ob man im Wintertransferfenster nachrüsten sollte, sollte Cans Genesung sich weiter hinauszögern. Sportdirektor Sebastian Kehl hält sich hierzu allerdings bedeckt: „Wir analysieren die Situation laufend, aber momentan vertrauen wir unserem Kader.“
Die genaue Rückkehr Emre Cans bleibt weiterhin offen. Ein Comeback vor der Länderspielpause im Oktober erscheint derzeit eher unwahrscheinlich. Für Dortmund bleibt zu hoffen, dass ihr Kapitän rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt zurückkehrt – mit der nötigen Fitness, Führungsqualität und dem ungebrochenen Willen, den er auf dem Platz so oft verkörpert hat.