Hoeneß kritisiert Eberl als „ziemlich sensibel“ – Ein neuer Akt im Bayern-Drama
Es war eigentlich als Feier gedacht – die Jubiläumsausgabe des Kult-Talkformats „Doppelpass“ auf Sport1. Doch wie so oft, wenn Uli Hoeneß die Bühne betritt, wurde aus einer gemütlichen Fußball-Runde ein brisantes Politikum. Der Ehrenpräsident des FC Bayern München ließ es sich nicht nehmen, erneut klar Stellung zu beziehen – und diesmal traf es Max Eberl, den neuen Sportvorstand des Rekordmeisters.
„Ich mag den Max wirklich“, begann Hoeneß, als Moderator Florian König zaghaft auf die jüngsten Spannungen ansprach. „Aber ich habe festgestellt, dass er ziemlich sensibel ist. Man muss mit ihm sehr vorsichtig umgehen, sonst zieht er sich sofort zurück.“ Ein Raunen ging durch das Studio.
Eberl, der erst im März dieses Jahres offiziell ins Amt gehoben wurde, steht unter enormem Druck. Nach dem titellosen Abschluss der Saison 2024/25 und anhaltenden Unstimmigkeiten in der sportlichen Ausrichtung des Vereins, ist die Führungsebene der Münchner längst in Lager zerfallen. Während Präsident Herbert Hainer und CEO Jan-Christian Dreesen nach außen um Ruhe bemüht sind, wirken Hoeneß‘ wiederholte öffentliche Kommentare wie Nadelstiche – oder wie gezielte Brandbeschleuniger.
„Wir sind nicht der FC Streichelzoo“, sagte Hoeneß weiter. „Wer hier Verantwortung trägt, muss Kritik aushalten können.“ Eine kaum verhüllte Spitze gegen Eberl, der in der Vergangenheit schon bei Borussia Mönchengladbach mit Burnout-Symptomen pausieren musste. Insider berichten, dass Eberl sich intern über mangelnden Rückhalt beklagt und das ständige „Hineinregieren“ von außen als demotivierend empfindet.
Dabei hatte der 51-Jährige durchaus ambitionierte Pläne: eine nachhaltigere Kaderstruktur, mehr Mut zu jungen Spielern und die Rückbesinnung auf Werte wie Zusammenhalt und sportliche Identität. Doch Hoeneß, der sich nie wirklich aus dem Tagesgeschäft verabschiedet hat, verfolgt lieber kurzfristige, erfolgsorientierte Strategien – notfalls mit teuren Transfers und starken Hierarchien.
Die Aussagen des Ehrenpräsidenten dürften die ohnehin angespannte Lage an der Säbener Straße weiter verschärfen. In Fanforen wird bereits hitzig diskutiert: Ist Eberl wirklich zu empfindlich – oder Hoeneß schlicht nicht mehr zeitgemäß in seiner Art der Führung?
Eberl selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu den Aussagen geäußert. Aus seinem Umfeld heißt es jedoch, man sei „verwundert über die Wortwahl“ und wünsche sich „mehr Geschlossenheit in herausfordernden Zeiten“.
Ob der Verein diesen Spagat zwischen Tradition und Zukunft meistert, bleibt offen. Klar ist: Solange Uli Hoeneß das Mikrofon ergreift, bleibt es beim FC Bayern München nie still – selbst an einem Tag, der eigentlich der Vergangenheit gewidmet war.