Jonathan Tah über Ten Hag-Aus bei Leverkusen: „Es hat mich wirklich überrascht“
Jonathan Tah, der langjährige Abwehrchef von Bayer 04 Leverkusen, äußerte sich erstmals öffentlich zur überraschenden Entlassung von Erik ten Hag – und seine Worte trafen wie ein ruhiger Donnerschlag die Leverkusener Fußballgemeinde. Bei einem Interview am Rande der deutschen Nationalmannschafts-Vorbereitung in Frankfurt sprach Tah über seinen früheren Klub, seine Erinnerungen – und die unerwartete Entscheidung, den niederländischen Trainer bereits nach zwei Bundesliga-Spieltagen freizustellen.
„Ich war ehrlich gesagt ziemlich überrascht“, sagte Tah. „Ten Hag ist ein Trainer mit großer Erfahrung, international anerkannt, und ich hätte gedacht, dass er mehr Zeit bekommt, um seine Ideen umzusetzen. So schnell nach Saisonstart – das kam unerwartet.“
Tah hatte Leverkusen im Sommer 2025 nach über acht Jahren beim Verein verlassen. Er war einer der tragenden Säulen unter Xabi Alonso und führte das Team in der Saison 2024/25 zum historischen Double aus Meisterschaft und Pokal. Mit seinem Wechsel zu Manchester United schloss sich für ihn ein Kapitel – doch sein Herz hängt weiterhin an der Werkself.
„Ich verfolge natürlich, was in Leverkusen passiert. Ich kenne viele Jungs da noch sehr gut. Es ist ein besonderer Klub für mich“, so der 29-jährige Innenverteidiger.
Die kurze Ära von Erik ten Hag hatte bei vielen Beobachtern Stirnrunzeln ausgelöst. Nach nur zwei Bundesliga-Spielen – darunter eine enttäuschende 1:2-Heimniederlage gegen Augsburg – zog die Vereinsführung die Reißleine. Interne Quellen berichteten von Kommunikationsproblemen, taktischen Unklarheiten und ersten Spannungen mit der Mannschaft. Tah selbst kommentierte das nur vorsichtig: „Von außen ist es schwer zu beurteilen, was intern abgelaufen ist. Aber bei einem Verein mit so hohen Ambitionen wie Leverkusen zählt jeder Tag.“
Er zeigte jedoch auch Verständnis für die konsequente Haltung der Klubführung: „Wenn man als Verein merkt, dass etwas nicht funktioniert – gerade nach so einer erfolgreichen Vorsaison – dann muss man handeln. Leverkusen hat große Ziele, da ist kein Platz für langes Zögern.“
Die Verpflichtung von Kasper Hjulmand als neuen Cheftrainer sieht Tah positiv: „Ich kenne ihn natürlich aus der Nationalmannschaft. Er ist ein ruhiger, sehr analytischer Typ, der gut mit Spielern umgehen kann. Ich glaube, das ist genau das, was die Mannschaft jetzt braucht.“
Ob Tah sich unter Hjulmand einen Verbleib in Leverkusen hätte vorstellen können? Er schmunzelt: „Wer weiß? Vielleicht wäre es spannend geworden. Aber ich bin jetzt in Manchester und voll fokussiert – dennoch wünsche ich Bayer nur das Beste.“
So bleibt seine Stimme eine Art Echo aus der Ferne – klar, respektvoll, verbunden. Jonathan Tahs Einschätzung zum Ten Hag-Aus zeigt nicht nur seine persönliche Reife, sondern wirft auch ein Licht auf die anspruchsvolle Realität des modernen Fußballs: Selbst renommierte Trainer sind nicht sicher vor schnellen Entscheidungen, wenn es um das fragile Gleichgewicht von Erfolg, Vertrauen und Zukunftsvisionen geht.