Fenerbahçe mit Blick auf Hoeneß: Wird der VfB-Coach Mourinhos Nachfolger in Istanbul?
Die Trainerdebatte am Bosporus nimmt Fahrt auf: Nach anhaltenden Spekulationen über ein vorzeitiges Ende der Zusammenarbeit mit Starcoach José Mourinho, richtet Fenerbahçe offenbar den Blick nach Deutschland – genauer gesagt zum VfB Stuttgart. Wie türkische und deutsche Medien übereinstimmend berichten, steht Sebastian Hoeneß weit oben auf der Wunschliste des Traditionsklubs aus Istanbul.
Mourinho, der erst vor wenigen Monaten unter großem Medienrummel bei Fenerbahçe unterschrieben hatte, steht nach einem enttäuschenden Saisonstart zunehmend in der Kritik. Trotz teurer Transfers und hoher Erwartungen blieb der erhoffte sportliche Aufschwung bislang aus: Ein frühes Aus in der Champions-League-Qualifikation und schwankende Leistungen in der Liga haben Unruhe ins Umfeld gebracht. Interne Quellen aus dem Verein sprechen bereits von einem „angespannten Verhältnis“ zwischen Trainer, Mannschaft und Vereinsführung.
In diesem Kontext soll der Name Sebastian Hoeneß in internen Besprechungen des Fenerbahçe-Vorstands mehrfach gefallen sein. Der 42-jährige Deutsche hat sich in den letzten eineinhalb Jahren beim VfB Stuttgart einen exzellenten Ruf erarbeitet. Nach dem fast sensationellen Klassenerhalt 2023 führte Hoeneß die Schwaben in der darauffolgenden Saison in die Spitzengruppe der Bundesliga, ließ attraktiven Offensivfußball spielen und förderte junge Talente wie Undav, Führich und Millot.
Insbesondere Hoeneß’ ruhiger Führungsstil, seine taktische Variabilität und die Fähigkeit, aus überschaubaren Mitteln eine spielstarke Mannschaft zu formen, sollen Fenerbahçes Präsident Ali Koç überzeugt haben. „Hoeneß steht für modernen Fußball, klare Strukturen und nachhaltige Entwicklung – genau das, was wir jetzt brauchen“, soll ein Klubverantwortlicher laut der türkischen Zeitung Sabah Spor geäußert haben.
Doch ein möglicher Wechsel dürfte sich als schwierig erweisen. Hoeneß besitzt in Stuttgart noch einen Vertrag bis 2027 – ohne bekannte Ausstiegsklausel. Der VfB wäre kaum bereit, seinen Erfolgscoach kampflos ziehen zu lassen, zumal man in der neuen Saison hohe Ziele verfolgt. Sportdirektor Fabian Wohlgemuth stellte am Rande des Testspiels gegen Großaspach klar: „Sebastian ist ein zentraler Baustein unseres Weges. Für uns steht ein Trainerwechsel derzeit nicht zur Debatte.“
Auch Hoeneß selbst äußerte sich zuletzt zurückhaltend: „Ich fühle mich beim VfB sehr wohl. Wir haben hier etwas aufgebaut, das noch nicht zu Ende ist.“ Doch im schnelllebigen Fußballgeschäft bleibt kaum Zeit für langfristige Projekte – besonders, wenn ein europäischer Großklub mit attraktiven Rahmenbedingungen lockt.
Ob Fenerbahçe tatsächlich aktiv wird und Stuttgart ein offizielles Angebot unterbreitet, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Der Name Sebastian Hoeneß ist längst über die Bundesliga hinaus ein Begriff – und in Istanbul könnte bald eine Tür aufgehen, die kaum jemand erwartet hätte.