Trotz Woltemade-Ausfall: VfB Stuttgart bezwingt Gladbach mit 1:0 – Kollektivleistung überzeugt
Stuttgart – Auch ohne ihren abgewanderten Topstürmer Nick Woltemade hat der VfB Stuttgart am Samstagabend ein starkes Zeichen gesetzt. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung besiegten die Schwaben Borussia Mönchengladbach im heimischen Stadion mit 1:0. Der Sieg ist nicht nur sportlich wichtig, sondern auch psychologisch – denn die Frage, wie der VfB den Verlust von Woltemade kompensieren würde, schwebte wie ein Schatten über dem Spiel.
Frühes Tor bringt Sicherheit
Die Antwort kam früh: Bereits in der 12. Minute brachte Serhou Guirassy die Hausherren in Führung. Nach einem feinen Steckpass von Enzo Millot setzte sich der Rückkehrer im Sturmzentrum durch und schob eiskalt an Gladbachs Keeper Moritz Nicolas vorbei ins Netz. Es war Guirassys erstes Tor nach seiner Rückkehr in die Startelf – und es kam genau zur rechten Zeit.
„Wir wussten, dass wir auch ohne Nick Qualität auf dem Platz haben“, sagte Guirassy nach dem Spiel. „Ich habe immer gesagt: Wenn ich gebraucht werde, bin ich da. Heute war so ein Tag.“
Stuttgart dominiert die erste Halbzeit
Der VfB zeigte von Beginn an, dass man sich von den jüngsten Umbrüchen nicht beirren lässt. Die Offensivreihe mit Guirassy, Millot, Führich und dem neuen Flügelspieler Marwan Bouanani wirbelte immer wieder durch Gladbachs Defensive. Gerade Bouanani deutete sein Potenzial an: mit viel Tempo, guter Ballkontrolle und einem Auge für den Mitspieler. Zwar blieb ihm ein Tor bei seinem Startelfdebüt verwehrt, doch die Fans quittierten seine Leistung mit Applaus.
Gladbach wirkte phasenweise überfordert und konnte sich in der ersten Halbzeit kaum echte Torchancen erarbeiten. Der VfB hingegen spielte schnörkellos, mit klaren Abläufen – und mit viel Spielfreude.
Zweite Hälfte bringt Nervenkitzel – und Undav-Schock
Nach dem Seitenwechsel verlor Stuttgart etwas an Kontrolle, was auch mit dem verletzungsbedingten Ausfall von Deniz Undav zusammenhing. Der formstarke Angreifer musste in der 34. Minute nach einem Sprint mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden. Erste Diagnosen deuten auf einen Muskelfaserriss hin (mehr dazu im gesonderten Bericht).
Gladbach drängte in der Schlussphase auf den Ausgleich, doch der VfB hielt stand. Torhüter Alexander Nübel parierte einen gefährlichen Schuss von Alassane Pléa (78.) und war auch bei einer Ecke in der Nachspielzeit zur Stelle.
Trainerstimmen und Ausblick
„Ich bin stolz auf die Jungs“, sagte VfB-Coach Sebastian Hoeneß nach dem Abpfiff. „Wir hatten heute viele Herausforderungen – der Ausfall von Nick, dann die Verletzung von Deniz. Aber wir haben Charakter gezeigt.“
Der Sieg bringt Stuttgart auf Rang 4 der Tabelle und sorgt für Rückenwind in einer Phase, in der personell viel in Bewegung ist. Die sportliche Antwort auf die Woltemade-Frage fiel klar aus: Der VfB ist mehr als nur ein Einzelspieler – und bereit, den nächsten Schritt zu gehen.